Gnade führt zur Nächstenliebe

Gnade führt zur Nächstenliebe

Diejenigen, die Gott lieben und ihm dienen, werden dies durch die Liebe und den Dienst an ihren Mitmenschen zum Ausdruck bringen. Paulus stellt uns das Beispiel von freizügig gesinnten Bekehrten vor, die mit ihren Taten der Nächstenliebe seine kühnsten Erwartungen übertrafen. Ihre Liebe zu ihren Mitmenschen war das Ergebnis ihrer Hingabe an den Herrn. Sie überließen sich dem Wirken des göttlichen Geistes, und ihre Herzen wurden in zärtlichem, christusähnlichem Mitgefühl zur Linderung der Not und des Leids hingezogen. Sie erkannten die Verpflichtung, die auf ihnen ruhte, und arbeiteten im Einklang mit dem Willen Gottes und verherrlichten so ihren himmlischen Vater. Wer die Gesinnung Christi hat, kann nicht mit Gleichgültigkeit auf menschliches Leid schauen. Sie können nicht herzlos, kalt und selbstsüchtig sein. Wer von Natur aus zu Zärtlichkeit und Mitgefühl neigt, wenn er sich Gott vorbehaltlos hingibt, wird mit ihm zusammenarbeiten, wenn es darum geht, Taten der Barmherzigkeit zu vollbringen und den Bedrängten zu helfen, auch wenn das die Ausübung von Selbstverleugnung erfordern mag. Aber wer keine Dankbarkeit gegenüber Gott für seine Barmherzigkeit und Liebe zu ihm pflegt, wer das große Geschenk Christi an unsere Welt nicht zu schätzen weiß, wird kein Mitgefühl für die Leidenden und Bedürftigen zeigen, wird nicht versuchen, die Hinterbliebenen zu trösten, den Vaterlosen und den Witwen zu dienen. Sie mögen, wie die Pharisäer, lange Gebete sprechen und doch die Witwe und den Vaterlosen berauben und in ihrer Herzenshärte vergessen, dass der Herr diejenigen, die die Bedürftigen und Leidenden vernachlässigen, so richten wird, als ob sie ihn in der Person seiner Heiligen vernachlässigt hätten.

„Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten; und wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten. Ein jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht widerwillig und nicht aus Not; denn Gott hat einen fröhlichen Geber lieb.“ (2. Kor. 9,6.7) Der Herr hat seine Güter seinen menschlichen Beauftragten anvertraut, und wenn die einzelnen Glieder der Gemeinde zu Tätern der Worte Christi werden, leben sie nicht, um sich selbst zu gefallen und zu verherrlichen, sondern sie leben, um den höchstmöglichen Dienst für Jesus Christus zu leisten, indem sie ihren Mitmenschen dienen. Dabei machen sie eine Erfahrung, die wertvoller ist als großer Reichtum. Obwohl die Arbeit Selbstverleugnung erfordert, suchen sie, auch wenn ihre Mittel begrenzt sind, die Hilfe für die leidende Menschheit. Sie hegen den Glauben, der durch die Liebe wirkt und die Seele von der Selbstsucht reinigt, und der sie in enge Beziehung zu Gott bringt. Wenn die Wahrheit die Menschen zum ersten Mal trifft, findet sie sie im Besitz des Weltgeistes vor; aber sie verlässt sie nicht mit diesem Geist. Wenn die Wahrheit empfangen wird, beginnt sie, das Werk der Heiligung an Herz, Geist und Charakter zu vollbringen. Die Wahrheit läutert, erhebt und verwandelt die Seele, bis der Mensch dem Charakter dessen ähnelt, der sich selbst hingab, um eine verderbliche Welt zu retten. Selbstsucht, Eigennutz, Stolz, Extravaganz und Zurschaustellung sind die natürlichen Folgen der Rebellion gegen Gott; aber es ist das Werk Christi, unsere bösen Gewohnheiten zu zähmen, unsere Ranken von irdischen Dingen zu lösen und sie um Gott zu wickeln. Wer die Liebe der Wahrheit empfängt, wird in seinem Charakter verwandelt werden; wenn aber die Wahrheit nicht in das Herz aufgenommen wird, wenn die Tür gegen den Eingang des Wortes Gottes verschlossen ist, bleiben Herz und Charakter unverändert. Diejenigen, die sich der Wahrheit widersetzen, hegen immer noch die Liebe zur Welt.

Es war die Gnade Gottes, die den Gemeinden in Mazedonien zuteil wurde, die zu Freigebigkeit und Selbstlosigkeit führte. Paulus schreibt über ihre Wohltätigkeit: „Denn vielfach bewährt in Bedrängnis war ihre Freude doch überschwänglich, und obwohl sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller Lauterkeit“ (2. Kor. 8,2) Er sagt: „Denn ich bezeuge, dass sie über ihre Kräfte hinaus bereit waren, uns mit großem Flehen zu bitten, dass wir die Gabe annehmen und die Gemeinschaft des Dienstes an den Heiligen auf uns nehmen. Und das taten sie, nicht wie wir hofften, sondern sie gaben zuerst sich selbst dem Herrn und uns nach dem Willen Gottes.“ (V. 3-5) Das Volk, von dem Paulus schreibt, stand unter der drückenden Hand der Armut, aberobwohl sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller Lauterkeit. Der Heilige Geist bewirkte große Veränderungen im Charakter derer, die nach der Wahrheit suchten wie nach einem verborgenen Schatz. Die Gemeinde von Mazedonien wurde zu einem Beispiel dafür, was eine Gemeinde sein kann, wenn sie durch das Wort Gottes erleuchtet wird. Sie hatten von dem himmlischen Manna gekostet und waren des Heiligen Geistes teilhaftig geworden und wurden in das Bild Christi verwandelt. Aber die Gnade Gottes ist in der Lage, die gleiche Umwandlung des menschlichen Charakters auch heute zu bewirken. Paulus sagt: „Und Gott kann euch alle Gnade reichlich zuteil werden lassen, damit ihr allezeit alle Genüge habt zu jedem guten Werk, wie geschrieben steht: „Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben, seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. Er aber, der dem Sämann Samen gibt, gibt euch Brot zur Speise und vermehrt euren gesäten Samen und die Früchte eurer Gerechtigkeit; er ist in allem reichlich beschenkt, was uns veranlasst, Gott zu danken. Denn die Verwaltung dieses Dienstes deckt nicht nur den Mangel der Heiligen, sondern ist auch reichlich durch viele Danksagungen an Gott.“ (2. Kor. 9,8-11)

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