666 und weitere Kennzeichen

Der Drache gab dem „Tier“ seinen Thron; dem Papsttum wurde 533 n. Chr. vom oströmischen Kaiser die kirchliche Vorherrschaft durch Erlass übertragen (Der Brief der dies festhält und dokumentiert wurde als Gesetzesartikel im Corpus Iuris Civilis, Codex Justinianus, Buch 1, Titel 197 aufgenommen. Das wird auch erwähnt in der Novelle 131 im genannten Corpus.). Das Papsttum war jedoch in der Machtausübung durch die Herrschaft der ihm feindlich gesinnten Ostgoten in Rom stark behindert. Nachdem diese im Jahr 538 n. Chr. ausgerottet waren, stand der Vorherrschaft des Papsttums nichts mehr im Wege. So erfüllte sich die Prophezeiung aus Daniel 7,25: „sie [die Heiligen] werden in seine [Papsttum] Hand gegeben werden.“ „und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.“ (Offenbarung 13,2) Ungefähr 200 Jahre vorher, als Kaiser Konstantin die Hauptstadt des Reiches nach Konstantinopel verlegte (330 n. Chr.), übergab er die Stadt Rom dem dort waltenden Bischof. Würden Sie heute nach Rom kommen, dann könnten Sie direkt im Vatikan ein großes Gemälde finden, das Papst Sylvester I. beim Empfang einer Kriegerstatue zeigt. Als Kaiser Konstantin im Begriff war, Rom zu verlassen, übergab er dem Papst diese Figur. Unter dem Bild steht Folgendes geschrieben: „Rom wird von Konstantin an den Papst verschenkt.“ Er gab ihm seinen „Thron“. Die Bibel hat dies schon vor vielen Jahrhunderten vorausgesagt! Von 538 n. Chr. herrschte das Papsttum genau 1260 Jahre bis 1798, als etwas Unglaubliches geschah. Der Papst wurde gefangen genommen. Napoleons General Berthier nahm den Papst in Haft, brachte ihn nach Frankreich und steckte ihn ins Gefängnis, wo er starb. ROM WURDE EINE REPUBLIK! Eine tödliche Wunde. Das Papsttum hatte genau 1260 Jahre regiert. War das nur Zufall? Was veranlasste Berthier, so zu handeln? Napoleon wollte die Welt regieren. Das Papsttum stand ihm im Wege. Ich frage mich, ob diese Menschen damals wussten, dass sie damit die Schrift erfüllten. Danach sollte jedoch etwas geschehen:  „… und seine tödliche Wunde wurde heil. Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier.“ (Offenbarung 13,3)

1929 hat die italienische Regierung die Vatikanstadt als unabhängigen Staat anerkannt. Wieder wurde der Papst König. Am 9. März 1929 sagte er: „Die Völker der ganzen Welt stehen hinter uns.“ Die Zeitung SAN FRANCISCO CHRONICLE veröffentlichte einen Bericht über die Vertragsunterzeichnung. Dort war zu lesen: „Mussolini und Gasparri unterzeichnen einen historischen Pakt … Wunde nach vielen Jahren wieder heil.“ Erstaunlich, nicht wahr? Die Bibel prophezeite, dass die Wunde wieder heil würde, und die Zeitung bestätigt es mit den genau gleichen Worten. Schon der Apostel Paulus bemerkte Kräfte, die diese Dinge vorbereiteten. (2. Thessalonicher 2,3-7) Was geschah damals, dass er dies schon beobachten konnte? Nach Jesu Himmelfahrt wuchs die frühe Gemeinde unter dem Segen des Heiligen Geistes. Jesus hatte vorhergesagt, wie man sein Volk behandeln würde. „Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern.“  (Matthäus 24,9) Das erfüllte sich buchstäblich. Hier ist ein erstaunlicher Bericht: „Ihre Hinrichtung wurde zu einem Spiel“, schrieb Tacitus, der die Verfolgung unter Nero schilderte. „Man hat sie mit Fellen wilder Tiere bekleidet, und dann wurden sie von Hunden zerrissen. Sie wurden ans Kreuz gebracht. Sie wurden verbrannt. Man hat sie mit brennbarem Material umhüllt, angezündet und damit die Nacht erleuchtet. Um dem Tod zu entkommen, sollten sie den Namen Christi verleugnen und dem Kaiser Opfer bringen.“ Einige gingen darauf ein. Doch die meisten ließen sich eher zu Tode quälen, als dass sie ihrem Herrn absagten. Das Heidentum sah voraus, dass, wenn das Evangelium siegen würde, seine Tempel und Altäre zu verschwinden hätten. Deshalb wurden alle Kräfte dafür eingesetzt, das Christentum zu vernichten. Die Christen wurden ihrer Besitztümer beraubt und aus ihren Häusern vertrieben. Viele besiegelten ihr Zeugnis mit ihrem Blut. Freie und Sklaven, Wohlhabende und Arme, Gelehrte und Ungebildete wurden alle gleich unbarmherzig behandelt. Außerhalb von Rom waren unter den Hügeln der Stadt lange unterirdische Wege angelegt worden, die durch Felsen und Erdmassen führten. Das war ein dunkles, weit verzweigtes System von Gängen, das sich weit über die Stadtmauern hinaus ausdehnte. In diesen unterirdischen Zufluchtsorten begruben die Nachfolger Christi ihre Toten. Hier fanden sie Unterschlupf, wenn sie verfolgt wurden. Viele wurden gefoltert und “haben die Freilassung nicht angenommen, damit sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten.“ (Hebräer 11,35) Sie freuten sich, dass sie um der Wahrheit willen leiden durften. Noch aus den Flammen hörte man ihre Lieder des Triumphes. Satan konnte sie nicht besiegen. Viele Jahre lang wurden Tausende von Nero und Diokletian niedergemetzelt. „Ihr könnt uns töten, foltern und verdammen“, sagte ein Christ zu seinen Verfolgern, „eure Ungerechtigkeit ist der Beweis, dass wir unschuldig sind.“ – Tertullian, Apology, Paragraph 50.

Bis 313 n. Chr. verstieß man gegen das Gesetz, wenn man Christ war. Eine solche Person gehörte automatisch zu den Verbrechern. Doch die Nachfolger Jesu verbreiteten sich überall. Satan musste seine Taktik ändern. Er musste einen anderen Weg finden. Doch was war besser als töten? Die Dinge mussten einfacher gestaltet werden. Eine Unterwanderung war erforderlich. Er musste die Gemeinde von innen angreifen und verderben. Stellen Sie sich vor, was nun passierte.

Entstehung des Papsttums

Ein lauter Ruf ging durch das ganze Reich. Kaiser Konstantin wurde Christ! Die Christen waren überglücklich. Jetzt war das Christentum zur Staatsreligion geworden. Die grausamen Tötungen durch Hunde und Löwen waren vorbei. Auch das „Spiel“ mit den menschlichen Fackeln zur Erleuchtung der Arena für die Gladiatoren und andere Gewalttaten gab es nicht mehr. Eine bessere Zeit begann. Wenigstens schien es so. Doch mit der Zeit der Entspannung, mit der Beendigung der Tötungen und Quälereien schlich sich etwas anderes ein: der Kompromiss! Um den Heiden den Eintritt in die Kirche zu erleichtern und aus Gründen der Popularität und des Vorteils haben die Kirchenführer den Standard mehr und mehr herabgesetzt. Doch dadurch wurden Irrtümern und heidnischen Sitten die Türen geöffnet. Gott war durch die satanische Methode, die die Gemeinde von innen her treffen und verderben sollte, keinesfalls überrascht. Er gibt uns die notwendigen Warnungen. Hören Sie, was Paulus zu sagen hatte: „Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Sünde offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Denn es regt sich schon das Geheimnis der Gesetzlosigkeit.“ (2. Thessalonicher 2,3.4.7) Ja, er bemerkte schon, was sich da anbahnte. Das Werk des Abfalls kam und wuchs rasch, nachdem der letzte Apostel gestorben war. Was passierte danach? Nachdem die Verfolgung aufgehört hatte, ging Satan dazu über, die Kirchenführer zu beherrschen. Wenn er ihren Egoismus steigern könnte, wenn sie geldgieriger würden, dann wäre die ganze Kirche davon betroffen. Es kam zu einem weit verbreiteten Wetteifern; denn man wollte so viele Heiden wie nur möglich dem Christentum zuführen. Dadurch sollte der Reichtum und das Ansehen der Kirche verbessert werden. Was machte es schon, wenn man die Bibel etwas ändern musste, um die Heiden zu gewinnen. Man brauchte nur einige heidnische Sitten und Gebräuche zu übernehmen, ihnen einen christlichen Namen zu geben, und die Heiden kamen hereingeströmt. So hat man es gemacht. Die Apostel hatten im ganzen Reich, in vielen Städten, Gemeinden gegründet. Mit der Zeit entstanden auch in ländlichen Bezirken kleinere Gemeinden. Die großen Zentren befanden sich in Jerusalem, Rom und Alexandrien (Ägypten). Rom gelangte schließlich an die Spitze. Als nächstes bemühten sich die Kirchenführer um Einfluss auf den Staat. Dadurch sollten ihre Verordnungen nachhaltig unterstützt werden. Sie erreichten dabei weit mehr, als sie sich vorstellten. Die ganze Stadt Rom wurde dem Bischof dieser Stadt übergeben, und nur wenige Jahre später, im Jahre 538 n. Chr., wurde er durch die Ausrottung der Ostgoten Alleinherrscher dieser Stadt. In den folgenden 1260 Jahren regierten die Kirchenführer mit unumschränkter staatlicher Autorität. Es entsprach genau den Verhältnissen, wie die Prophetie sie vorausgesagt hatte. Unglaublich! Aber es sollte noch schlimmer kommen. Es heißt, das Tier hat „Namen der Lästerung“. Eine der vorherrschenden Lehren der Kirche wurde die Forderung, dass ihr jeweiliger Führer mit höchster Autorität gegenüber Bischöfen und Geistlichen in aller Welt ausgestattet sein sollte. Darüber hinaus nahm er den Namen Gottes an. Er wurde mit „Herr Gott, der Papst“ angeredet und für „unfehlbar“ erklärt. Von allen Menschen verlangte er Verehrung und Gehorsam.

Die päpstliche Lehre der Unfehlbarkeit:

„Zur Ehre Gottes, unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion, zum Heil der christlichen Völker lehren und erklären wir endgültig als von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, in treuem Anschluss an die vom Anfang des christlichen Glaubens her erhaltene Überlieferung, unter Zustimmung des heiligen Konzils: Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (= ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich.“(Auszug aus päpstlicher Bulle „Pastor Aeternus“, 18.07.1870, Papst Pius IX.)

Titel und Stellung des Papstes:

In einem Abschnitt, der einen Teil der römischen kanonischen Gesetze bildet, erklärt Papst Innozenz III., dass der römische Papst „der Vizeregent auf Erden ist, nicht nur eines Menschen, sondern des wahren Gottes“, und in der Erläuterung zu diesem Abschnitt wird ausgeführt, dass dies der Fall wäre, weil er Christi Stellvertreter und dieser (Christus) tatsächlich Gott und Mensch sei.
Der Titel „Der Herr Gott, der Papst“ ist zu finden in einer Glosse zu den „Extravagantes“ des Papstes Johann XXII. als der vierzehnte Titel im vierten Kapitel, das die Überschrift „Deklaramus“ hat. In der Antwerpener Ausgabe der „Extravagantes“ vom Jahre 1584 stehen die Worte: „Dominum Deum nostrum Papam“ (unser Herr Gott der Papst) in der 153. Spalte. In der Pariser Ausgabe vom Jahre 1612 kommen sie in der 140. Zeile vor. In verschiedenen Ausgaben, die seit dem Jahre 1612 herausgegeben wurden, fehlt das Wort „Deum“ (Gott). „Alle Namen, die in der Schrift Christus beigelegt werden, durch die er als Oberhaupt der Kirche bezeichnet wird, alle diese Namen werden auch dem Papste beigelegt.“ (Bellarmine, über die Autorität der Konzilien, 2. Buch, 17. Kapitel.)
„Denn du bist der Hirte; du bist der Arzt; du bist der Leiter; du bist der Weingärtner; zuletzt, du bist ein anderer Gott auf Erden.“ (Rede an den Papst, gehalten vom Kardinal Christoph Marcellus in der vierten Sitzung des fünften lateranischen Konzils, im Jahre 1512. — Lebbe und Cossart, Konziliengeschichte, 14. Bd. 109. Sp.)

Im römisch-katholischen Kirchenrecht erklärt Papst Innozenz III. an einer Stelle, dass das Oberhaupt der römischen Kirche „in seiner Funktion als Statthalter auf Erden, nicht nur ein Mensch, sondern ein Gott sei.“ In einer Erklärung zu diesem Abschnitt heißt es, dass dies so zu verstehen sei, weil „er [Papst] der Statthalter Christi sei, der ja seinerseits auch Gott und Menschn ist.“ — Siehe Decretales Domini Gregorii Papae IX (Dekretalen des Herrn Papstes Gregor IX.), Buch 1, De Translatione Episcoporum, Titel 7, Kapitel 3; Corpus Iuris Canonici (2. Ausg., Leipzig, 1881), Spalte 99; (Paris 1612), Band 2“, „Decretales“, Sp. 205.

Im „Dictatus Papae“ (von Papst Gregor VII.) findet man u.a. folgende lästerliche Aussagen des Papstes:

09. Dass alle Fürsten nur des Papstes Füße küssen.

18. Dass sein Urteilsspruch von niemandem widerrufen werden darf und er selbst als einziger die Urteile aller widerrufen kann.

19. Dass er von niemandem gerichtet werden darf.

22. Dass die römische Kirche niemals in Irrtum verfallen ist und nach dem Zeugnis der Schrift niemals irren wird.

Die Zahl des Tieres: 666

Was ist aber mit der Zahl „666“ gemeint? In Offenbarung 13,18 heißt es: „Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig (666).“ Diese Zahl wollen wir näher betrachten. Sie kennen sicherlich noch die römischen Zahlen, die Sie in der Schule gelernt haben. Die Buchstaben haben Zahlenwerte. „U“ und „V“ haben den gleichen Wert. Sie können sich anhand einer Enzyklopädie davon überzeugen.

Der offizielle (doch mittlerweile gern verschwiegene) Titel des Papstes lautet „Vicarius Filii Dei“. Das bedeutet: Stellvertreter des Sohnes Gottes. Der Anspruch auf diesen Titel ist im Laufe der Jahre öffentlich zum Ausdruck gebracht worden. In Beantwortung einer Leserumfrage erwiderte die katholische Zeitschrift „Our Sunday Visitor“ vom 18.4.1915: („Unser Sonntagsbesucher“): „Die päpstliche Mitra (Tiara) trägt folgende Aufschrift: VICARIUS FILII DEI. Das ist lateinisch und heißt STELLVERTRETER DES SOHNES GOTTES.“

Schon seit Beginn der Reformation haben Bibelausleger in dem Amt „Vicarius Filii Dei“ die Zahl 666 für das päpstliche Rom entdeckt. A. Helwig entdeckte die Zahl 1612 n. Chr., D. Cramer 1618 n. Chr, G. Pacard 1604 n. Chr. und J. Hus entdeckte die Zahl bereits vor der Reformation im Jahre 1412 n. Chr. Die gleiche Summe erhalten wir sowohl in griechischer, hebräischer als auch in lateinischer Sprache. Diese Namensbezeichnung „Stellvertreter des Sohnes Gottes“ ist allein schon Gotteslästerung, da sie sich über den wahren Stellvertreter Christi auf Erden, den Heiligen Geist hinwegsetzt. (Johannes 16,12-15; 14,26; Römer 8,26)

Papsttum = Antichrist

Doch auch diese Bezeichnung des Papsttums ist eine treffende Erfüllung der biblischen Prophetie über den Antichristen. Das griechische Wort „Antichrist“ bezeichnet einen, „der sich an die Stelle des Gesalbten setzt (von anti = anstatt, und crio = salben).“ (Konkordantes NT, S. 371) Mit anderen Worten ist der Antichrist der vorgebliche Stellvertreter Christi – genau das, was der Papst zu sein beansprucht!

Die 1260 Jahre der päpstlichen Herrschaft werden das „dunkle Mittelalter“ genannt. Ich denke, diesen Ausdruck haben Sie schon einmal gehört. Die Zeit war so finster, weil die Priester den Menschen verboten, eine Bibel zu besitzen oder auch nur in der Bibel zu lesen. Jahrhunderte lang durften nur die Priester die Bibel lesen. So wurde durch menschliche Traditionen der Bezug zur Bibel verdunkelt. Satan wollte das Wort Gottes von den Menschen fernhalten, damit sie in Finsternis und Aberglauben leben sollten. Das Volk wusste es nicht besser. Es gab eine Zeit, da wurde jeder, der beim Lesen der Bibel erwischt wurde, aus seinem Heim vertrieben, an einem Pfahl aufgehängt und lebendig verbrannt.

Bibelverbote durchs Papsttum:

„Wir verbieten Laien den Besitz des Alten und Neuen Testamentes … Wir verbieten ihnen mit aller Strenge, die erwähnten Bücher in der Muttersprache zu besitzen.“ „Die Verantwortlichen für die Bezirke haben die Ketzer in Wohnungen, Hütten und Wäldern ausfindig zu machen. Auch die versteckten Zufluchtsorte sind gründlich zu säubern.“ —Concil Tolosanum, Papst Gregor IX., Anno Chr. 1229. „Niemand darf im Besitz der alt- oder neutestamentlichen Bücher in der Muttersprache sein. Wenn jemand solche Bücher hat, muss er sie innerhalb von acht Tagen nach Bekanntmachung dieser Verordnung an den örtlichen Bischof abgeben, damit sie verbrannt werden können.“ — D. Lortsch, Histoire de la Bible en France, 1910, S. 14. Nachdem die Bibelgesellschaften gegründet worden waren, wurden sie in einem erstaunlichen Erlass mit dem Kommunismus in Verbindung gebracht. Am 8. Dezember 1866 hat Papst Pius IX. in seiner Enzyklika (päpstliches Rundschreiben) „Quanta Cura“ folgende Aussage gemacht: „Sozialismus, Kommunismus, Geheimbünde, Bibelgesellschaften … jede Pest dieser Art muss auf alle Fälle ausgerottet werden.“

„Er wird … die Heiligen des Höchsten vernichten.“ (Dan. 7,25)

Können Sie sich vorstellen, dass Christen andere Christen umbringen? Ein schrecklicher Gedanke! Achten Sie jedoch auf folgende Worte: „Und ihm wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden.“ (Offenbarung 13,7) „Und ich sah die Frau, trunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.“ (Offenbarung 17,6) Welch ein Bild! Kein Wunder, dass Johannes darüber sehr erstaunt war. Ein Stapel Bücher kann die Berichte von 50 Millionen Christen nicht fassen, die ihr Leben verloren. Männer, Frauen und Kinder wurden zu Tode gequält, nur weil sie eine Bibel besaßen und glaubten, Gott nach ihrem Gewissen anbeten zu können. Diese und andere „Verbrechen“ wurden ihnen zur Last gelegt. Die Geschichte berichtet laut und deutlich darüber, dass ganze Dörfer von der Landkarte ausradiert wurden, weil sie sich nicht nach der Staatskirche und nicht nach ihren Führern gerichtet haben. Unter Anleitung Satans, ihres Meisters, suchten Würdenträger der Kirche nach Mitteln, um den menschlichen Opfern größtmögliche Qualen zu bereiten, ohne ihr Leben damit gleich zu beenden. In vielen Fällen wurde der höllische Prozess bis zur äußersten Grenze der Erträglichkeit wiederholt, bis die Natur schließlich den Kampf aufgab, so dass der Tod dem Leidenden endlich Erlösung brachte. So erging es denen, die gegen die Kirche von Rom waren. Würde man ihr heute die gleiche Macht geben, würde sie nicht wieder das gleiche gegen die „Ketzer“ unternehmen? Sie sagt von sich, dass sie sich nie ändern würde. Pfarrer Alfred Baudrillart vom katholischen Institut in Paris (USA), äußerte sich über die Einstellung der Kirche und ihrer verantwortlichen Führer zum Thema Verfolgung wie folgt: „Wenn wir es mit Ketzerei (Irrlehren) zu tun haben, begnügt sich die Kirche nicht mit überzeugenden Argumenten. Das reicht ihr nicht aus. Sie hat durchaus Möglichkeiten, Druckmittel anzuwenden, d.h. sie kann körperliche Züchtigung und Folter einsetzen.“

Das Papsttum ist verantwortlich für den Tod von Millionen von Protestanten und bibelgläubigen Christen, wie den Waldensern, Albigensern, Böhmen und anderen Gruppen, die wegen ihres Glaubens niedergemetzelt oder heimlich ermordet worden sind. Lesen wir dazu einige Geschichtswerke:

„Nach diesen grausamen Grundsätzen wurden die Verfolgungen durchgeführt, und zwar vom 11. und 12. Jahrhundert bis zum heutigen Tag (geschrieben 1845). Wir können die Berichte in den Geschichtsbüchern nachlesen.Den Auftakt zu diesen Marterqualen bildete der Kanon von Orleans. Es folgte die Ausrottung der Albigenser durch einen Kreuzzug, die Einrichtung der Inquisition, der grausame Versuch, die Waldenser auszurotten, das Märtyrertum der Lollarden, die grausamen Kriege gegen die Böhmen, die Verbrennung von Hus, Hieronimus und zahlreichen anderen … ferner die Erstickung der Reformation in Spanien und Italien durch Feuer und Schwert, durch Betrug und offene Verfolgung in Polen und der Massenmord in der Bartholomäusnacht … nebst den heimlichen Ermordungen durch das heilige Tribunal der Inquisition.“ — T.R. Birks, M.A., The First Two Visions of Daniel,(London: 1845), S. 258, 259.

„Die Anzahl der Opfer der Inquisition in Spanien wird in »The History of the Inquisition in Spain«, von Llorente, (ehemaliger Sekretär der Inquisition) auf den Seiten 206-208 angegeben. Er bestätigt, dass allein in Spanien über 300.000 Menschen durch die Verfolgung umkamen. Davon starben mehr als 31.912 den Flammentod. In ganz Europa wurden weitere Millionen von Menschen wegen ihres Glaubens umgebracht.“ — Entnommen aus: Bible Readings For the Home (Washington: Review & Herald Pub. Assoc., 1942), S. 22.

„Die Kirche hat Verfolgungen durchgeführt. Nur ein Anfänger in der Kirchengeschichte wird das leugnen … 150 Jahre nach Konstantin wurden die Donatisten verfolgt und manchmal getötet … In Frankreich und Spanien wurden die Protestanten mit Zustimmung kirchlicher Behörden verfolgt… Wenn sie [die Kirche] es für richtig erachtet, Gewalt anzuwenden, dann tut sie es auch.“ — The Western Watchmen (Roman Catholic) von St. Louis.

„Dass die Kirche Roms mehr unschuldiges Blut vergossen hat als jede andere Einrichtung, die jemals in der Menschheit existierte, wird von keinem Protestanten bezweifelt, der
über ein kompetentes Geschichtswissen verfügt. … es ist unmöglich, sich einen richtigen Begriff von der Menge ihrer Opfer zu machen.“ (Historiker W. E. H. Lecky in „History of the Rise and Influence of the Spirit of Rationalism in Europe“, Band 2, S. 32, 1910er Ausgabe)

Den satanischen Geist der päpstlichen Verfolger liest man deutlich in den verschiedenen Geschichtsquellen, die Auskunft darüber geben, wie das Papsttum gegen die „Ketzer“ vorging. Ein Bericht über das Irische Massaker 1641 steht beispielhaft für viele andere Berichte und offenbart der Nachwelt den Geist dieser antichristlichen Macht:

„Der große Plan war … dass alle Protestanten ohne Ausnahme ermordet werden sollten. Der Tag, der für dieses grausame Massaker festgelegt wurde, war der 23. Oktober 1641… Die Verschwörer standen am frühen Morgen des festgelegten Tages im gesamten Königreich bewaffnet bereit. Jeder Protestant, der ihren Weg kreuzte, wurde ermordet … weder das Alter, noch das Geschlecht, noch die Stellung wurde berücksichtigt. Viele von ihnen legte man mit dem Rücken auf die Achse eines Wagens, die Beine auf einer Seite auf dem Boden liegend und die Arme und der Kopf auf der anderen Seite. In dieser Position geißelte einer der Wilden die Schenkel und Beine der armen Menschen, während ein anderer wütende Hunde auf sie hetzte, die die Arme und oberen Körperteile in Stücke rissen. Etliche wurden an den Schweif von Pferden angebunden … und solange herum geschleift, bis sie verendeten. Viele wurden an hohe Galgen gehängt und ein Feuer unter ihnen entfacht. Ihr Leben endete teilweise durch Hängen, teilweise durch Ersticken… Das ganze Land war ein einziges Schlachtfeld und viele Tausende starben in kurzer Zeit durchs Schwert, an Hungersnot, durch Feuer, Wasser und jede Art von grausamen Tod, die Wut und Bosheit sich ausdenken konnte. Als danach eine Schätzung der Anzahl derer, die geopfert wurden, gemacht wurde,…belief sie sich auf 150.000.“ (Foxes Buch der Märtyrer, S. 333-337)

Die Leidensgeschichte der Waldenser nimmt einen besonderen Platz ein. Sie gehörten zu den wenigen Menschen, die während der Anfangsjahre der päpstlichen Herrschaft noch Bibeln zur Verfügung hatten. Sie erlebten, dass unter der Leitung des Papstes und der Priester große Scharen umsonst nach Vergebung suchten, indem sie wegen ihrer Sünden ihren Körper peinigten. Bedrückt von der Sündenlast und geplagt von der Angst vor dem göttlichen Zorn mussten viele ihr Leid tragen, bis sie schließlich ohne einen Hoffnungsschimmer ins Grab sanken. Die Waldenser spürten ein Verlangen, jenen hungernden Seelen das Lebensbrot zu brechen und ihnen die Botschaft des Friedens mit den Verheißungen Gottes zu bringen. Sie wiesen auf Christus hin, als die einzige Hoffnung der Erlösung. Die Priester stellten den Heiland so dar, als hätte er kein Mitgefühl mit den Menschen in ihrem gefallenen Zustand, als müsse die Vermittlung der Priester und Heiligen erfleht werden. Den Waldensern war es ein Bedürfnis, Jesus diesen Seelen als einen mitfühlenden, liebenden Heiland zu verkünden, der mit ausgestreckten Armen alle einlädt, mit ihrer Sündenlast zu ihm zu kommen, damit er ihnen Vergebung und Frieden schenken kann. Mit bebenden Lippen und Tränen in den Augen bezeugten sie oft auf gebeugten Knien die herrlichen Verheißungen, die die einzige Hoffnung für den Sünder bedeuten. Oft wurde nach dem Wort verlangt: „Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ (1. Johannes 1,7)

In Bezug auf die Ansprüche Roms waren vielen die Augen geöffnet worden. Sie erkannten, wie sinnlos die Fürsprache von Menschen für den Sünder ist. Die Zusicherung der Liebe des Heilandes schien für manche der armen, von Sturm getriebenen Seelen unendlich viel zu sein. Wie groß war der Trost und das Licht, das sie empfingen, so dass sie sich vorkamen, als wären sie in den Himmel versetzt. Oft wurden die Worte gestammelt: „Wird Gott mein Opfer annehmen? Wird er gnädig auf mich herabschauen? Wird er mir vergeben?“ Dann wurde die Antwort vorgelesen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28) Der Glaube erfasste die Verheißung, und als freudige Erwiderung hörte man: Keine langen Pilgerfahrten; keine beschwerlichen Reisen nach heiligen Reliquienschreinen mehr. Ich kann zu Jesus kommen, so wie ich bin, sündhaft und unheilig, und er wird das bußfertige Gebet nicht verachten. „Deine Sünden sind dir vergeben“; auch meine, sogar meine, können vergeben werden! In vielen Fällen sahen sie den Wahrheitsboten nie wieder. Er war vielleicht in andere Länder gegangen oder verbrachte sein Leben in irgendeinem unbekannten Gefängnis, oder seine Gebeine bleichten wohl gar an der Stelle, wo er für die Wahrheit gezeugt hatte. Die Worte aber, die er zurückgelassen hatte, konnten nicht vernichtet werden; sie führten ihr Werk in Menschenherzen aus, und ihre segensreichen Folgen werden erst im Gericht völlig erkannt werden. Die waldensischen Sendboten drangen in das Gebiet Satans ein und regten dadurch die Mächte der Finsternis zu größerer Wachsamkeit an. Jede Anstrengung, die Sache der Wahrheit zu fördern, wurde von dem Fürsten der Bosheit überwacht, und er erweckte die Befürchtungen seiner Werkzeuge. Die Führer der Kirche sahen in dem Wirken dieser bescheidenen Wanderer ein Anzeichen der Gefahr für ihre Sache. Falls sie das Licht der Wahrheit ungehindert scheinen ließen, würde es die schweren Wolken des Irrtums, die das Volk einhüllten, hinwegfegen, die Gemüter der Menschen auf Gott allein lenken und am Ende die Herrschaft Roms zugrunderichten. Schon allein das Vorhandensein dieser Leute, die den Glauben der alten Gemeinde aufrechterhielten, war ein beständiges Zeugnis für Roms Abfall und erregte deshalb bittersten Hass und Verfolgung. Ihre Weigerung, die Heilige Schrift auszuliefern, war ebenfalls eine Beleidigung, die Rom nicht ertragen konnte. Es beschloss deshalb, sie von der Erde zu vertilgen. Jetzt begannen die schrecklichsten Kreuzzüge gegen Gottes Volk in seinen Gebirgswohnungen. Inquisitoren spürten ihm nach, und oft geschahen Dinge, die den Brudermord Kains an dem unschuldigen Abel von einst wiederholten.

Als Rom einst beschloß, diese verhaßte Sekte auszurotten, wurde eine Bulle erlassen, die ihre Anhänger als Ketzer verdammte und sie der Niedermetzelung preisgab. (Papst Lucian III. (1183) veröffentlichte in der Gegenwart Friedrich Barbarossas und mit dessen Unterstützung den ersten Erlass; hierauf folgten päpstliche, kaiserliche und königliche Erlasse in den Jahren 1192, 1220, 1229, 1236, 1243, 1253, 1332, 1380, 1400, 1487, 1532. (Siehe Hahn, Geschichte der Waldenser, S. 703753; Döllinger, Dokumente der Valdesier; Hefele, Konziliengeschichte, V, 725, 914, 979 f., 992; Hauck, Realencycl. Art. Waldenser; Andrews/Conradi, Geschichte des Sabbats, S. 551559.) Sie wurden nicht als Müßiggänger, Unredliche oder Ausschweifende angeklagt, sondern es wurde erklärt, dass sie einen Schein von Frömmigkeit und Heiligkeit bewahrten, wodurch die Schafe der wahren Herde verführt würden. Deshalb wurde verordnet, diese heimtückische und abscheuliche Sekte von Bösewichtern, falls sie sich weigerte abzuschwören, gleich giftigen Schlangen zu zermalmen. (Wylie, 16. Buch, 1. Kap. Siehe auch Bender, Geschichte der Waldenser, S. 81. 125, Ulm, 1850, Hahn, Gesch. d. W., S. 744 f.) Erwarteten die Machthaber, diese Worte je wieder zu hören? Wussten sie, dass sie in den Büchern des Himmels aufgezeichnet wurden, um ihnen im Gericht vorgehalten zu werden? Jesus sagte: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25, 40)

„Er wird sich unterstehen Festzeiten und Gesetz zu ändern“ (Dan.7,25)

Wir haben gelernt, dass diese Macht sich unterstehen wird, „Festzeiten und Gesetz zu ändern“. (Daniel 7,25) Wie konnte das eigentlich passieren? Da die Heiden daran gewöhnt waren, Bilder anzubeten, hat die Kirche einfach das zweite Gebot entfernt, das die Bilderanbetung verbietet. Dann wurden Bilder  in die Kirche gebracht. Anstelle der Bilder von heidnischen Göttern, führten sie Bilder von verstorbenen Heiligen ein. Das Volk wurde belehrt, dass diese Bilder ihnen zu mehr Gelehrsamkeit und Hingabe gereichten. Das Resultat lag jedoch auf einer ganz anderen Ebene. Hier wird Ihnen gezeigt, wie die Kirche Bilder einführte. Es heißt, „er würde sich unterstehen, Zeiten und Gesetz zu ändern“(Elberfelder Übersetzung).

Die anfängliche Kirche hegte weder einen Hass gegen Kunst, noch begünstigte sie das Herstellen von Christusbildern. Irenäus (Adr. haer. 1, 25, 6) tadelt die Karpokrates, weil bei ihnen Bilder Christi zu finden waren. Eusebius (Kirchengesch. 7, 18) nennt den Gebrauch der Bildnisse der Apostel Paulus und Petrus sowie der Bildnisse des Heilandes einen heidnischen Gebrauch. Er sucht die Konstantia, die Witwe des Licinius, davon abzubringen, ein Bild Christi zu verlangen, indem er die Frage an sie stellt, ob sie ein solches in der Kirche gesehen habe, und er empfiehlt ihr, lieber das Ebenbild Christi in der Schrift zu suchen. Der Gebrauch und die Verehrung von Bildern verbreitete sich im Morgenland mehr und mehr. Seit Ende des vierten Jahrhunderts wurden heidnische Ideen, Sitten und Gebräuche des Gottesdienstes eingeführt und die Hypothesen des Neuplatonismus theologisch bewiesen. (Haucks Realencyclopädie Bd. 3, S. 222.) Von der frühesten Zeit an wurden Bilder anfänglich zum Schmuck, später zur Belehrung an Begräbnisplätzen, Kirchen, Gedächtniskapellen, Häusern und an Möbeln angebracht. Es hatte wohl Widerstand gegeben, aber im Zeitalter Konstantins hörte derselbe auf. Für den Menschen ist es eine natürliche Sache, Gegenstände und Bilder aus dem Nachlass verehrter Persönlichkeiten dem gemeinen Gebrauch zu entziehen und sie mit tiefer Verehrung zu behandeln. Christus, Marien- und Heiligenbilder wurden schon seit dem vierten Jahrhundert mit Segenswünschen, Küssen und Verneigungen begrüßt, was ein Wiedereinführen alter, heidnischer Gebräuche war. In der naiven und gewissen Überzeugung, dass Christen keine Gefahr mehr liefen, in Abgötterei zu fallen, duldete die Kirche nicht nur, sondern begünstigte sogar den Eintritt des Heidentums in die Kirche.
Ein lebhafter Handel wurde im siebenten und Anfang des achten Jahrhunderts mit Heiligenbildern besonders von den Mönchen betrieben. Kirchen und Kapellen waren mit Bildern und Reliquien überfüllt; der frühere Schönheitssinn wurde nicht mehr gepflegt, aber sonst wurde die Handlungsweise des heidnischen Zeitalters von neuem ins Leben gerufen. Mönchische Frömmigkeit, die in einem sinnlosen Anstarren heiliger Dinge bestand, regierte das Volk und riss das Christentum in immer größere Tiefen. (Siehe Harnack, Dogma, IV, S. 317-319.) Der Zwist, der dann über den Bilderdienst entstand, wirft viel Licht auf diesen Gegenstand. Die siebente allgemeine Kirchenversammlung, die im Jahre 787 zu Nizäa zusammenkam, hatte mit der Zustimmung des Papstes Hadrian I. beschlossen, dass der Beschauer den Abbildungen „seinen Gruß und seine Verehrung zu widmen habe, nicht die eigentliche Latreia, die bloß der Gottheit zuzuwenden sei, sondern dass er ihnen, wie dem Bilde des heiligen Kreuzes, wie den heiligen Evangelium und anderen heiligen Geräten Weihrauch und Lichter zu ihrer Verehrung darbringe, wie dies schon bei den Alten eine fromme Gewohnheit gewesen sei; denn die Ehre, die man dem Bilde erweist, gehe auf das Urbild über, und wer ein Bild verehre, verehre die darin dargestellte Person.“
Alle Gegner sowie auch ihre Schriften wurden mit dem Bannfluch belegt. (Hefele, Konziliengeschichte III, 441482, 689; Kardinal Hergenröther, Kirchengeschichte, I, 541; Hauck, Kirchengeschichte, II, 342.)

Hier ist die Wiedergabe eines offiziellen Dekrets: „Der Papst hat die Macht Zeiten zu ändern, Gesetze abzuschaffen und auf entsprechende Erlasse zu verzichten, sogar auf das Gebot Christi. – Dekretal, De Translatione Episcoporum (siehe Seite 32). Unglaublich! Als ich diese Aussage zum ersten Mal las, war ich sprachlos. Ich war erstaunt, dass die offizielle Formulierung des Papstes mit dem Wortlaut der Bibel fast identisch ist. Statt neun Gebote stehen zulassen, teilten sie das zehnte Gebot in zwei auf. Auf diese Weise blieben zehn Gebote. Satan hatte dafür gesorgt, dass das zweite Gebot abgeschafft wurde. Auch das vierte Gebot wurde von den Kirchenführern geändert. Die Änderung erfolgte allmählich, damit keine Unruhe entstand. Folgende verblüffende Behauptung wurden von offizieller kirchlicher Seite aufgestellt und auch dokumentarisch festgehalten:

Frage: „Gibt es noch einen Beweis dafür, dass die römisch-katholische Kirche die Macht hat, Festtage einzusetzen?“

Antwort: „Hätte sie diese Macht nicht, dann hätte sie das nicht mit der Zustimmung aller modernen Religionsverfechter tun können. Sie hätte die Heiligkeit des siebten Tages, des Sabbats, nicht auf den ersten Tag, den Sonntag, verlegen können. Diese Änderung entbehrt jeder biblischen Grundlage.“ — A Doctrinal Catechism, von Stephen Keenan, S. 174.

„Obwohl die Zehn Gebote auch in den römisch-katholischen Bibelübersetzungen vorhanden sind, werden die Gläubigen nach dem Katechismus der Kirche und nicht direkt nach der Bibel unterwiesen. Das Gesetz, so wie es im Katechismus erscheint, wurde verändert und im Grunde genommen vom Papsttum neu verordnet. Das zweite Gebot, das die Bilderanbetung verbietet, wurde im katholischen Katechismus ausgelassen, und das zehnte, das uns vor der Begierde warnt, wurde in zwei Gebote aufgeteilt.“ — Bible Readings for the Home (Washington: Review & Herald Pub. Assoc., 1942, S. 221).

Frage: Welcher Tag ist der Sabbat? Antwort: Der Samstag ist der Sabbattag. Frage: Warum feiern wir den Sonntag und nicht den Samstag? Antwort: Wir feiern den Sonntag statt Samstag, weil die katholische Kirche auf dem Konzil zu Laodizea im Jahre 364 die Heiligkeit vom Samstag auf den Sonntag verlegte.” „The Convert’s Catechism of Catholic Doctrine“ S. 50, dritte Ausgabe von P. Geiermann, ein Werk, das vom Papst Pius X. am 25.01.1910 den „Apostolischen Segen“ erhielt

„Der Sabbat, der berühmteste Tag im Gesetz, ging in den Herrentag über. Dieses und ähnliches haben nicht etwa auf die Predigt Christi hin aufgehört (denn Er sagt, Er sei nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen), sondern auf die Autorität der Kirche hin sind sie verändert worden.“ Erzbischof von Rheggio, Predigt am 18.01.1562, Mansi XXIII, S. 526

Wie lautet das vierte Gebot laut Bibel?

„Gedenke des Sabbattags (Samstag), dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.“ — 2. Mose 20,8-11.

Die Veränderung des Sabbats durch die römische Kirche

Wird auch von maßgeblicher kirchlicher Seite bestätigt, dass es in der Bibel kein Gebot zur Sonntagsheiligung gibt? So ist es. Lesen Sie selbst: „Sie können die Bibel vom ersten bis zum letzten Buch durchlesen. Es gibt nicht eine einzige Stelle, die die Sonntagsheiligung rechtfertigt. Nach der Heiligen Schrift wird die Einhaltung des Samstags gefordert. Diesen Tag halten wir keinesfalls.“ — Kardinal Gibbons in Faith of Our Fathers (Der Glaube unserer Väter), S. 111. Sehen Sie, auf dem Tridentinischen Konzil (1546) wurde von den Kirchenführern festgelegt, dass die „Tradition“ gegenüber der Bibel Vorrang habe! Sie glaubten, Gott hätte ihnen die Vollmacht gegeben, die Bibel in jeder beliebigen Form ändern zu können. Unter der „Tradition“ verstehen sie ihre menschlichen Lehren. Jesus sagte: „Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.“ (Matthäus 15,9) Aus dem gleichen Grund, aus dem sie die Bilder einführten, damit die Heiden leichter für die Kirche gewonnen werden könnten, änderten sie auch den Sabbat, doch wie begann die Sache?

Bis zur Zeit des alten Babylon war die Sonne der Hauptgott der Heiden. (Wir berichteten ja von der beginnenden Sonnenanbetung nach Nimrods Tod). Da die Anbetung der Sonne am nach ihr benannten „Sonntag“ erfolgte, schlossen die Kirchenführer einen Kompromiss: sie verlegten den Sabbat vom Samstag auf den Sonntag. Dadurch hofften sie einiges zu erreichen:

1. Es sollte zu einer Trennung zwischen ihnen und den Juden kommen, die ohnehin von vielen Römern gehasst wurden. Die Juden hatten schon immer den Sabbat gehalten und tun es auch heute noch. Selbst Jesus hielt den Sabbat (Lukas 4,16).

2. Wenn sich die Christen am gleichen Tag versammeln würden wie die Heiden, dann hätten es letztere leichter, sich der christlichen Kirche anzuschließen. Es funktionierte gut. Tausende von Heiden strömten in die Kirche. Satans Kompromiss tat sein unheilvolles Werk. Die Veränderung wurde allmählich vollzogen, indem zuerst der Samstag und der Sonntag gehalten wurden. Allmählich wurde dem Sonn(en)tag mehr Beachtung geschenkt und der Sabbat als Ruhetag verdrängt.

Doch viele treue Christen wurden aufmerksam. Sie befragten die Verantwortlichen, wieso sie gewagt hätten, das Gesetz des Allmächtigen zu ändern. Die Kirchenführer wussten genau, dass dies kommen würde. Und sie hatten ihre Antwort bereit. Das ist ein Meisterstück. Wenn jemand die Bibel nicht so genau kennt, klingt es gut. Man sagte den Leuten, man würde den Sonntag deshalb halten, weil Jesus an diesem Tag von den Toten auferstanden wäre. Kein Text in der Bibel fordert uns dazu auf. Aber man hat sich auf diese Antwort eingestellt. Ist das nicht erstaunlich? Wahrscheinlich haben Sie das auch schon einmal gehört. Sie wissen ja, dass das Christentum zur Staatsreligion wurde, nachdem Kaiser Konstantin Christ geworden war. Als zahllose Sonnenanbeter in die Kirche strömten, wurde auch bald deren Einfluss größer und größer. Die meisten der führenden Schicht gehörten zu den Sonnenanbetern. Da die römische Regierung immer schwächer wurde, beriet sich Konstantin mit seinen Helfern und den Kirchenführern in Rom. „Was können wir tun? Wie können wir gemeinsam etwas unternehmen, um die Regierung wieder zu stabilisieren?“ Der Rat von Seiten der Kirchenführer war zeitgemäß. „Gib ein Sonntagsgesetz heraus. Zwinge jeden, die Arbeit einzustellen und den Sonntag zu halten.“ Das war es. Die Heiden als Sonnenanbeter wurden zufrieden gestellt, und die Christen wurden mit den Heiden im Römischen Reich vereint wie nie zuvor.

Das erste Sonntagsgesetz

Im Jahre 321 n. Chr. gab Konstantin auf Vorschlag der Kirchenführer das erste Sonntagsgesetz heraus. Nach den Berichten hatte es folgenden Wortlaut: „Mögen alle Richter und Bewohner der Stadt am ehrwürdigen Tag der Sonne ruhen und jeglichen Handel oder jegliches Handwerk unterlassen.“ — Edikt vom 7. März 321 n. Chr., Corpus Iuris Civilis Cod., lib. 3, tit. 12, lex. 3.

„Kaiser Konstantin an Helpidius (Helpidius war Stadtpräfekt von Rom). Alle Richter, die Stadtbevölkerung und die gesamte Gewerbetätigkeit sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen. Nichtsdestoweniger sollen die Landleute den Anbau der Felder frei und ungehindert betreiben, da es häufig vorkommt, dass kein Tag geeigneter ist, den Getreidesamen den Furchen und die Weinstock (Setzlinge) den (dazu vorbereiteten) Löchern anzuvertrauen; damit nicht etwa die Gunst der momentanen Gelegenheit, von himmlischer Vorsehung beschieden, verpasst werde“ — Justinianische Gesetzessammlung III, 12, 2; Sabbat und Sonntag in der Alten Kirche, v. Willy Rordorf, S. 179.

Die Christen, die nicht zu einem Kompromiss bereit waren und Gottes Gesetz nicht brechen wollten, kamen in echte Schwierigkeiten. Satan hatte alles so eingefädelt, dass man entweder den heidnischen „Tag der Sonne“ halten oder bei Nichtbeachtung dieser Vorschrift büßen musste. Auch später, nachdem das kaiserliche Sonntagsgesetz erlassen worden war, hielten viele Christen – wie ihr Heiland – an der Sabbatheiligung fest. Gott wusste, was geschehen würde. Er hatte vorhergesagt, dass der Mensch der Sünde „sich unterstehen würde, Zeiten und Gesetz zu ändern.“ Satan wollte zu einem weltweiten Schlag ausholen. Die Bibel wurde verboten. Als die Jahre vergingen, vergaßen die späteren Generationen den Sabbat des Herrn. Von Zeit zu Zeit wurden zwar große Konzilien abgehalten, aber immer wieder wurde dort der Sabbat, den Gott zum Gedächtnis seiner Schöpfung eingesetzt hatte, geschmäht, und der Sonntag wurde hervorgehoben. Schließlich wurde der heidnische Tag als „Tag des Herrn“ angesehen (durch Papst Sylvester 314 – 337 n. Chr.). Die Kirchenführer erklärten den biblischen Sabbat als ein Überbleibsel der Juden. Wer ihn nach dem vierten Gebot Gottes hielt, wurde als „verflucht“ erklärt. Das Gebot in der Mitte des Gesetzes wurde herausgerissen und ein anderes eingesetzt, ein Gebot, das die ganze Welt anzunehmen hatte. Dann wurde die Bibel abgeschafft. Das war in der Tat der Gipfel aller Betrügereien und Daniel 7,25 fand seine exakte Erfüllung!

Sehen Sie, Satan hasst das vierte Gebot mehr als all die anderen, denn dies ist das einzige, das darüber berichtet, wer Gott tatsächlich ist: der Schöpfer von Himmel und Erde, dem Meer und allem, was darinnen ist (2. Mose 20,11) und weil der Sabbat ein Geschenk an die Menschheit darstellt, die Satan seit ihrer Schöpfung versucht zu ruinieren. Man kann jedem anderen Gott dienen und die neun anderen Gebote halten (nicht töten, nicht stehlen usw.). Doch wenn man das vierte Gebot hält, muss man den Gott des Universums anbeten, der am siebten Tag geruht und seinem Volk befohlen hat, aus Liebe zu ihm das gleiche zu tun. Als die Jahrhunderte vergingen, vergaß das Volk ohne Bibel den Sabbat. Der Sonntag wurde eine feste Einrichtung. Auch heute gibt es viele, die nichts darüber wissen. Die Waldenser, die ich bereits erwähnt habe und auch einige andere Gruppen, hatten noch im Verborgenen ihre Bibeln. Manche hielten die ganze Zeit hindurch den biblischen Sabbat. Doch sie wurden als Geächtete behandelt. Wenn man sie erwischte, wurden sie zu Tode gequält. Ihre verstümmelten Leichname zeigen der Welt, dass das Tier (= Papsttum) am Ende immer Gewalt anwendete.

Von Gottes Getreuen der letzten Zeit wird gesagt: „Hier ist Geduld der Heiligen ! Hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben Jesu!“ (Offenbarung 14,12)

In unserer Zeit wissen die aufgeklärten Kirchenführer darüber Bescheid, dass der Sabbat von Menschen und nicht von Gott geändert worden ist. Hier sind einige erstaunliche Aussagen aus protestantischen Kreisen:

Methodisten: „Der Grund dafür, dass wir den ersten Tag anstelle des siebten halten, beruht auf keinem bestimmten Gebot. Man wird vergeblich in der Bibel nach einer Änderung vom siebten auf den ersten Tag suchen.“ — Clovis G. Chapell, Ten Rules For Living, S. 61.

Baptisten: Harold Lindsell, Herausgeber von Christianity Today sagte: „In der Heiligen Schrift gibt es keinen Hinweis darauf, dass wir den Sonntag anstelle des Samstags heiligen sollen.“ — Christianity Today, 5. November 1976.

Episkopalkirche: „Das biblische Gebot fordert: Am siebten Tage sollst du ruhen. Das ist der Samstag. An keiner Stelle der Bibel steht, dass der Sonntag heilig gehalten werden soll.“ — Philip Carrington, Toronto Daily Star, 26. Oktober 1949.

Unsere katholischen Freunde wissen, wie es zu der Änderung kam: „Wir halten den Sonntag anstelle des Samstags, weil die katholische Kirche die Heiligkeit des Samstags auf den Sonntag verlegt hat.“ — The Convert’s Catechism of Catholic Doctrine, dritte Ausg., S. 50.

“Der Sonntag ist eine katholische Einrichtung, und seine Ansprüche auf Heilighaltung können nur auf katholischem Grunde verteidigt werden… In der Heiligen Schrift ist vom Anfang bis zum Ende keine einzige Stelle zu finden, welche die Verlegung der wöchentlichen öffentlichen Anbetung vom letzten auf den ersten Tag der Woche gutheißt.” — Catholic Press, Sidney, 25.08. 1900

Gott erwähnt den siebenten Tag 126 mal im Alten Testament und 62 mal im Neuen. Der erste Wochentag wird nur achtmal im Neuen Testament angeführt, doch nirgendwo finden wir ein Gebot oder einen Hinweis darauf, dass der Sabbat in den Sonntag von Jesus oder den Aposteln verändert wurde. Ein katholischer Priester bot jedem 1.000 Dollar an, der ihm biblisch beweisen könnte, dass der Sonntag jetzt anstelle des siebenten Tages (Samstag) geheiligt werden sollte. Keiner meldete sich.

Es heißt, das Tier (kleine Horn) würde „sich unterstehen, Zeiten und Gesetz zu ändern“. (Daniel 7,25). Das zweite Gebot wurde beseitigt, und die Bilderverehrung wurde eingeführt. Das vierte Gebot ist das einzige, das mit der Zeit zu tun hat. Achten Sie auf folgende Aussage: „Der Papst hat die Macht, Zeiten zu ändern, Gesetze abzuschaffen und auf entsprechende Erlasse zu verzichten, sogar auf das Gebot Christi.“ – Dekretal, De Translatione Episcoporum, Kap. „Der Papst kann das göttliche Gesetz ändern.“ Ferraris’ Ecclesiastical Dictionary. 

Denken Sie immer daran, unser Gott ist freundlich und gerecht. Wer den Sonntag hält und das vierte Gebot unwissend bricht, wird nicht verdammt. (Apostelgeschichte 17,30) Anders ist es mit denen, die Gottes Gebote kennen und absichtlich ungehorsam sind. Das ist eine Sünde. Satan hat hier so gründlich gearbeitet, dass sogar mancher Geistliche von dieser Täuschung nichts merkt. Mit Satan bemühen sich heute viele religiöse Führer darum, die Tatsache dieses Themas zu verbergen. Wenn wir eines der göttlichen Gebote wissentlich brechen, begehen wir Sünde. (1. Johannes 3,4; Jakobus 2,8-10) Damit verletzen wir den Heiland und verlieren das ewige Leben, wenn wir dies nicht bereuen und Buße tun. Satan ist das alles bekannt. Tausende und aber Tausende in der ganzen Welt erfahren von dieser ernsten Tatsache des großen satanischen Betruges. Viele entscheiden sich dafür, Gott und nicht dem Tier die Treue zu halten. Sobald Sie damit beginnen, Gottes wahren Sabbat zu halten, wird er zu einer Freude für Sie. Friede und Freude erfüllen das Herz. Sie wissen, dass Sie jetzt keines der göttlichen Gebote mehr übertreten und dass Sie enger mit dem Heiland verbunden sind. Die Offenbarung beschreibt die Getreuen der letzten Tage, als „die da halten die Gebote Gottes und den Glauben Jesu!“ (Offenbarung 14,12) Es ist erschütternd aber wahr, dass viele Geistliche während ihres Studiums nichts anderes gelernt haben als was ihre Professoren vor ihnen auch, dass nämlich die Gebote nicht mehr länger gehalten werden müssten. Ist das nicht sonderbar? Wird es jemals richtig sein, Gottes sechstes, achtes oder neuntes Gebot zu übertreten und zu töten, zu stehlen oder zu lügen? Alle zehn Gebote stehen oder fallen zusammen; denn hier besteht eine enge, herzliche Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Gott. Brechen Sie eines der Gebote, dann brechen Sie alle (Jakobus 2,10.11) – wie bei zwei Verliebten: entweder alles oder nichts.

Jesus sagte: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.“ (Matthäus 5,17.18) Himmel und Erde sind noch nicht vergangen. Und weiter: Was vergeht eher: Der Himmel oder die Gebote Gottes? Ganz klar: „Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt.“ (Lukas 16,17) Es ist wahr, dass wir durch Gottes Gnade und nicht durch Gehorsam erlöst werden. Doch andererseits ist es auch richtig, dass wenn jemand Gott absichtlich und ständig ungehorsam ist, er damit zeigt, dass er Gott im Grunde nicht genug liebt, um ihm gehorsam zu sein. Außerdem ist er noch nicht wiedergeboren. Gottes wahres Volk ist im Glauben an Jesus gehorsam. Es ist ein glückliches Volk, das Gott so sehr liebt, dass es lieber sterben als nochmals gegen ihn sündigen würde. Wenn man mit Jesus wandelt und wahrhaft von neuem geboren wurde, wird der Gehorsam zur Freude!

Gott möchte, dass sein Volk den Sabbat nicht nur auf dieser Erde als Zeichen einer innigen Verbindung zu ihm heiligen soll, sondern die Bibel berichtet auch darüber, dass wir den Sabbat im Himmel halten werden (Jesaja 66, 22.23). Satan ist die größte Fälschung in der Geschichte der Menschheit gelungen. Stellen Sie sich vor, was katholische Stellen veröffentlichen: „Die Bibel sagt: Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Die katholische Kirche sagt: Nein! Kraft meiner göttlichen Macht setze ich den Sabbat ab und verlange, dass du den ersten Tag der Woche hältst. Und siehe, die ganze zivilisierte Welt beugt sich in ehrwürdigem Gehorsam dem Gebot der heiligen katholischen Kirche!“ – Father Enright, C.S.S.R. of the Redemptoral College, Kansas City, Mo. Aus History of the Sabbath, S. 802. Das wundert uns nicht, denn es steht in der Bibel: „Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen? Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.“ (Offenbarung 13,4.8) Erschütternd!

Einige Geistliche, die keinen geeigneten Text zur Hand haben, werden einfach sagen: „Machen Sie sich keine Gedanken wegen der Gebote Gottes. Halten Sie jeden Tag gleich oder nehmen Sie irgendeinen Tag zur Anbetung.“ Es gibt sogar einige sehr gebildete Pfarrer, die gesagt haben: „Sie brauchen sich nicht an der Bibel zu stören. Das ist alles überholt. Leben Sie nur ein ordentliches Leben. Dann ist alles in Ordnung.“ Viele Geistliche, die gefragt werden, warum sie sich am Sonntag und nicht am Samstag versammeln, sagen ehrlich: „Ich weiß, dass der Samstag der Sabbat der Bibel ist, und nach der Bibel hat sich nichts geändert. Würde ich das aber den Menschen predigen, dann hätte ich keine Arbeit mehr.“ Auch Pilatus hatte Angst, in Schwierigkeiten zu geraten oder seine Stellung zu verlieren, als er damals jene Entscheidung traf. Das Volk rief: „Lässt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht!“ Pilatus ließ sich dadurch verunsichern. Wenn er Jesus freilassen würde und das Volk sich gegen ihn stellte, da wäre nicht auszudenken, was dann passieren könnte. Er würde ja seinen Posten verlieren. Der Bericht sagt weiter: „Pilatus aber wollte dem Volk zu Willen sein und gab ihnen Barabbas los und ließ Jesus geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt würde.“ (Markus 15,15) Das ist ungeheuerlich!

Man braucht nicht erstaunt zu sein, dass der ganze Erdboden sich des Tieres verwundert und es durch Beobachtung des Sonntags anbetet. Mancher will seine Haut retten oder seine Stellung behalten. Ich danke Gott, dass viele Tausende, die diese Wahrheiten erfahren, ehrlich genug sind und zur Bibel zurückkehren und Jesus zur himmlischen Heimat folgen. Gott hat es uns so einfach gemacht, dass selbst ein Kind dies alles begreifen kann. Nur wer unseren himmlischen Vater und seinen teuren Sohn über alles liebt, wird die letzte Zeit durchstehen. Er wird das Tier nicht anbeten und auch sein „Malzeichen“ nicht annehmen. Was ist aber unter dem “Malzeichen des Tieres“ zu verstehen?