Das Tier

In der dritten Engelsbotschaft (Offenbarung 14,9-12), werden wir vor Anbetung des „Tieres“, seines „Bildes“ und der Annahme des „Malzeichen des Tieres“ gewarnt. Was verbirgt sich jedoch hinter diesen Symbolen? Die schrecklichste Warnung aller Zeiten richtet sich gegen die Anbetung dieser Elemente und die Annahme des Zeichens des Tieres (vgl. Offenbarung 14,9-11). Doch bevor wir erfahren, wen das Malzeichen und das Bild des Tieres repräsentieren, müssen wir erst einmal feststellen, wer das „Tier“ ist. Die Bibel ist ihr eigener Ausleger und macht es klar und deutlich, dass wir nur die Merkmale angeben brauchen. Dann werden Sie genau wissen, um wen es sich handelt. Sind Sie bereit? Wir finden eine detaillierte Beschreibung des Tieres in Offenbarung 13,1-10, beginnend mit Vers 1:

„Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen.“ (Offenbarung 13,1)

1. Ein „Tier“ in der Prophetie bedeutet ein Königreich, eine Nation oder eine Macht. Im Buch des Propheten Daniel heißt es: „Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein.“ (Daniel 7,23)

2. Dieses Tier steigt aus dem „Meer“ hervor. Wenn ein Tier aus dem „Meer“ kommt, stellt es immer eine Macht dar, die aus einem eng bevölkerten Gebiet hervorgeht; aus „Völkern und Scharen und Nationen und Sprachen“. (Offenbarung 17,15) Es will die bestehende Regierung erobern bzw. besiegen.

3. Das Tier hat sieben Häupter und zehn Hörner. Ein Haupt stellt den Sitz einer Regierung dar. Ein „Horn“ ist ein König oder ein Herrscher. „Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen.“ (Daniel 7,24)

4. Das Tier hat „lästerliche Namen“ („Namen der Lästerung“) (Offenbarung 13,1)

Was ist Gotteslästerung? Hier gibt uns wieder die Bibel die genaue Erklärung. In Johannes 10,32.33 wird berichtet, wie die Juden Jesus steinigen wollten. Er fragte sie, warum sie ihn steinigen wollten, und sie antworteten und sprachen zu ihm: „Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen, denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.“Gotteslästerung liegt zum einen dann vor, wenn ein Mensch sich als Gott ausgibt! Jesus beging natürlich keine Gotteslästerung, denn er ist ja Gott. Nur jemand, der unter Gott steht, kann sich darin vergehen. Aber es kommt noch mehr. In Markus 2,5-11 wird von einem Gelähmten berichtet, der in ein Haus kommen wollte, wo Jesus war. Da dieses Haus jedoch so überfüllt war, überredete er seine Freunde, das Dach abzudecken und ihn im Bett herunterzulassen, damit er in den Raum gelange, in dem Jesus lehrte. So wird er herabgelassen. Als Jesus in die bittenden Augen dieses armen Mannes schaut, weiß er, dass dieser Mensch vielmehr Vergebung und Frieden mit Gott sucht als nur körperliche Heilung. Jesus sagte zu ihm: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ Können Sie sich den wunderbaren Frieden und die Freude vorstellen, die die Seele dieses geheilten Mannes durchströmten? Doch die religiösen Führer blieben davon ungerührt. Sie trachteten nur danach, wie sie einige Worte von Jesus aufschnappen konnten, um ihm nach dem Leben zu trachten. Nach der Bibel dachten sie: „Wie redet der so? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?“ Der Heiland kannte ihre Gedanken und sagte: „Was denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim?“ Dann heilte Jesus diesen Mann und zur Verwunderung der Menschen stand er auf und verließ das Haus.  Auch hier beging Jesus keine Gotteslästerung, als er dem Mann die Sünden vergab. Als Teil der Gottheit, kann er dies mit vollem Recht tun. Wenn er wollte, dann konnte er zu einem Menschen diese tröstlichen Worte der Vergebung sprechen, damit himmlischer Friede diese Seele durchströmte. Jesus konnte sagen, „gehe hin und sündige nicht mehr“, und wer zuvor schuldig, niedergebeugt und traurig war, würde sich mit Frieden im Herzen erheben um von jenem Augenblick an ein neues und selbstloses Leben im Gehorsam zu Gott zu führen – ein glückliches Leben in Frieden. Sie konnten Jesus ins Gesicht schlagen und ihm die Dornenkrone aufsetzen; sie konnten ihn schlagen, bis sein Rücken wund und offen war, aber sie konnten ihm das königliche Recht nicht absprechen, auch dem größten Sünder seine Übertretungen zu vergeben. O, wunderbarer Jesus! Aber für jeden anderen, der nicht zur Gottheit gehört, wäre das Gotteslästerung gewesen. Von dem Tier wird gesagt, es habe „auf seinen Häuptern lästerliche Namen.“ (Offenbarung 13,1) Die Führer dieser Macht würden beides für sich beanspruchen, Gott auf dieser Erde zu sein und das Recht zu besitzen, den Menschen ihre Sünden zu vergeben!

5. „Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.“  (Offenbarung 13,2) Es steht fest, dass das Tier seinen „Thron“ und seine „Macht“ vom Drachen erhält. Doch wer ist der Drache? Hier steht es: „Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre.“ — Offenbarung 20,2. Satan ist der Drache. Aber hören Sie weiter zu. „Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße. Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron.“ (Offenbarung. 12,3-5) Vor einigen Jahren behauptete in Chicago ein Mann, er wäre dieser Knabe. Konnte das stimmen? Unmöglich! Die Bibel zeigt uns in Offenbarung 19,15.16, dass dieser Knabe Christus ist. Der „Drache“ (Tier) stellt also nicht nur Satan dar, sondern auch ein Königreich, das Satan benutzen wollte, um das Jesuskind gleich nach seiner Geburt zu töten. Welches Reich und welcher König ist hier gemeint? Wer ließ die kleinen Kinder in Bethlehem ermorden?  Natürlich, es war der König Herodes. Er war ein Vertreter Roms. Hier ist noch ein weiterer Punkt. Das Tier bekommt seine Kraft, seinen Thron und seine Macht von Rom! Jetzt wird es deutlich. Der Drache stellt Rom dar. Satan gebrauchte das Römische Reich, um zu versuchen, den Heiland der Welt zu vernichten. Jetzt wollen wir noch etwas näher hinschauen. Der Drache (Rom) hatte „zehn Hörner“. Ein Horn wächst auf dem Kopf eines Tieres. Sie wissen ja, ein Horn ist ein König. Als das Römische Reich zusammenbrach, blieben zehn Teile davon übrig.

Im Jahre 476 n. Chr. ist das Römische Reich in genau zehn Teile (Reiche) zerfallen. „Der Historiker Machiavelli hat ohne die geringste Erwähnung dieser Prophetie eine Aufstellung der Nationen gemacht, die das Gebiet des westlichen Reiches besetzten, als Romulus Augustus, der letzte Kaiser Roms (476 n. Chr.) fiel: Lombarden, Franken, Burgunder, Ost- und Westgoten, Vandalen, Heruler, Sueven, Angelsachsen und Hunnen. Insgesamt waren es zehn. Die Teilung ist eindeutig. Die Karte des heutigen Europas legt ein deutliches Zeugnis von der Erfüllung dieser großen Prophetie ab. Wer kann diese Liste der zehn Reiche, die heute das einstige Territorium des alten Roms abdecken, ändern oder erweitern?“ „The Divine Program of the World’s History“, H. Grattan Guenness, Seiten 318-321 (zitiert in „Bible Readings for the Home“, Review and Herald Publishing Association, London, 1942, Seiten 216,217).

Barbarische Stämme bestürmten viele Jahre lang das Römische Reich, bis es schließlich auseinanderfiel. Diese zehn Teile wurden von Königen regiert. Es handelte sich dabei um die Alemannen, die Franken, die Burgunder, die Sueven, die Angelsachsen, die Westgoten, die Lombarden, die Vandalen, die Ostgoten und die Heruler. Die letzten drei wurden vom römischen Papst aufgerieben. Sie hielten den Sabbat und wollten sich Rom nicht unterwerfen. Die letzten davon, die Ostgoten, wurden von den Heeren des Kaisers Justinian aus der Stadt Rom gedrängt und sind ausgestorben. Im Jahre 538 n. Chr. ergriff der Papst Besitz von der Stadt. Diese zehn Teile sind die zehn Hörner des „Drachen“. Nun kommen wir zum nächsten interessanten Punkt.

6. „Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist vom Anfang der Welt an“  (Offenbarung 13,8) Hier handelt es sich nicht nur um eine politische, sondern auch um eine religiöse Macht. Sie verlangt Anbetung und erhält sie.

7. Es geht hier um einen weltweiten Machtbereich. „Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier.“ (Offenbarung 13,3) Ich will dies rasch zusammenfassen. Vielleicht wissen Sie schon, um wen es sich bei dem „Tier“ handelt. Kennen Sie irgendeine weltweite politisch-religiöse Macht die behauptet, wie Gott auf dieser Erde zu sein und die vorgibt, Sünden vergeben zu können? Wer erhielt seinen „Thron“ und seine Autorität von Rom? Kennen Sie einen Kirchen-Staat, über dessen Führer die ganze Welt „staunte“? Ich möchte etwas sehr Wichtiges sagen. Sehen Sie, der Grund dafür, dass Gott hier so entschieden gegen die Anbetung des „Tieres“spricht, ist, weil er die Menschen liebt. Er liebt alle Menschen. Lieber Leser, er liebt auch Sie. Er weiß genau, dass kein Mensch glücklich werden kann, der dieser Macht folgt und ihr Malzeichen annimmt. Gott weiß, „sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier anbeten und sein Bild, und wer das Zeichen seines Namens annimmt.“ (Offenbarung 14,11) Wer dieser Macht folgen wird, der findet keine Ruhe. Er liebt uns so sehr, dass er uns in der für Menschen deutlichsten Form davor warnt. Achten Sie auf das folgende Wort:

8. „Und ein dritter Engel folgte ihnen und sprach mit großer Stimme: Wenn jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Zeichen (Malzeichen – Elberfelder) an seine Stirn oder an seine Hand, der wird von dem Wein des Zornes Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zorns.“ (Offenbarung 14,9.10) Das ist ein hartes Wort. Aber die Sprache der Liebe ist immer hart, wenn es um Leben oder Tod eines geliebten Menschen geht. Ich frage Sie, was hätte Gott sonst noch tun können? Er sandte seinen eigenen Sohn, der an unserer Statt einen schrecklichen Tod erleiden musste. Niemand braucht das furchtbare Schicksal derjenigen auf sich zu nehmen, die dem Tier folgen und sein Malzeichen erhalten. Jesus schuf einen Ausweg. Er erlitt den Todeskampf in Gethsemane und die Qual des Spottes, als sie ihm den Rücken wund schlugen. Aus Hohn knieten sie vor ihm nieder und schlugen mit einem Stock auf seinen Kopf, wodurch sie die Dornen in seine Stirn trieben, so dass das Blut über sein Gesicht floss. Wir sehen ihn, wie er wankend nach Golgatha geht. Der Sohn Gottes fällt mit seinem Gesicht in den Staub. Er ertrug die Schrecken unserer Sünde, während sein Blut Tropfen für Tropfen am Kreuz herunterfloss. Schauen Sie, wie er mit bebenden Lippen ausruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Dann hängt er dort wie eine Schlange am Pfahl, krümmt sich in Todesschmerzen und trinkt die letzten Tropfen des Zornes Gottes gegen die Sünde. „Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat“, so wurde Jesus für Sie erhöht. Verstehen Sie? Er tat es für Sie. Er nahm das auf sich, was Sie und ich verdient haben. Begreifen Sie nun, warum unser himmlischer Vater so sehr darauf bedacht ist, dass wir nicht dem Tier folgen und auch dessen Malzeichen nicht annehmen sollen? Wir können dieser schrecklichen Strafe entgehen. Jesus hat alles bezahlt. Als man die Nägel durch sein Fleisch schlug und er betete: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, da hat er auch für Sie und mich gebetet! Wollen Sie ihn jetzt als Ihren persönlichen Heiland annehmen und ihm allezeit folgen? Es wird Sie überglücklich machen, wenn Sie das tun. Nur dann werden Sie vor der Anbetung des Tieres und seines Malzeichens sicher sein, wenn Sie Gott vertrauen, ihm gehorchen — bis in den Tod —, durch Gebet und Bibelstudium in seiner Liebe bleiben und eine herzliche, innige Verbindung zu ihm aufrecht erhalten. Sie werden gleich erfahren, warum das so ist.  Wir müssen außerdem verstehen, dass Gott in diesem Zusammenhang nicht von aufrichtigen Menschen spricht, die „unwissentlich“ in diese Sache verwickelt sind. Verstehen Sie, was ich meine? Wenn er das Tier identifiziert, dann spricht er von einem „System“, von den Führern, die genau wissen, was sie tun, die absichtlich ungehorsam sind und das Wort Gottes verändern. Verstehen Sie das? Unser Gott ist ein liebevoller Vater. Er zieht nur die zur Rechenschaft, die die Bibel verstehen und mit vollem Bewusstsein ungehorsam sind oder diejenigen, die sich von seinem Wort abwenden und nichts davon wissen wollen. Das Tier ist schon da. Viele ehrliche Christen, die jetzt mit ihm zu tun haben, werden bald Einzelheiten darüber erfahren. Sie werden Gottes Ruf hören, seiner Stimme gehorchen und herauskommen. Jetzt kommen wir zum nächsten Punkt. Wir werden das Tier kennen lernen.

9. Es hat Merkmale der vier Tiere (Nationen), die schon vorher bestanden. Hören Sie genau zu: „Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.“ (Offenbarung 13,2) Um welche Nationen handelt es sich hier? Auch in diesem Fall erfahren wir es aus der Bibel. „Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden.“ (Daniel 7,17) Hier handelt es sich um vier Weltreiche, die seit der Zeit Daniels nacheinander bis zum Fall Roms aufkommen sollten. Folgende Reiche sind hier gemeint: Babylon (605 – 538 v. Chr.), Medo-Persien (538 – 331 v. Chr.), Griechenland (331 – 168 v. Chr.) und das römische Weltreich (168 v. Chr. – 476 n. Chr.).

Die umfassende Beschreibung entnehmen wir Daniel 7. „Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das große Meer auf. Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders als das andere. Das erste war wie ein Löwe und hatte Flügel wie ein Adler. Ich sah, wie ihm die Flügel genommen wurden. Und es wurde von der Erde aufgehoben und auf zwei Füße gestellt wie ein Mensch, und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben. Und siehe, ein anderes Tier, das zweite, war gleich einem Bären und war auf der einen Seite aufgerichtet und hatte in seinem Maul zwischen seinen Zähnen drei Rippen. Und man sprach zu ihm: Steh auf und friss viel Fleisch! Danach sah ich, und siehe, ein anderes Tier, gleich einem Panther, das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken, und das Tier hatte vier Köpfe, und ihm wurde große Macht gegeben. Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, ein viertes Tier war furchtbar und schrecklich und sehr stark und hatte große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte, und was übrig blieb, zertrat es mit seinen Füßen. Es war auch ganz anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner. Als ich aber auf die Hörner acht gab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul; das redete große Dinge.“ (Daniel 7,2-8)

Was für ein Bild! Die Reiche begannen zur Zeit Daniels, als er die Prophezeiung erhielt. Da Ähnlichkeiten zwischen dem Tier mit dem Malzeichen und diesen vier Tieren bestehen, wollen wir uns alles näher anschauen. Als Daniel lebte, wurde die Welt von dem Reich beherrscht, das mit dem Löwen dargestellt wurde, der zwei Flügel hatte. In den heute verfallenen Ruinen des antiken Babylon kann man noch zerbrochene Säulen vorfinden, die mit Löwen versehen sind, die zwei Flügel haben (siehe Pergamon-Museum, Berlin). Der Löwe war ein passendes Symbol für Babylon. Es war das größte der damaligen Königreiche. Die zwei Flügel sprechen für die Schnelligkeit, mit der die damalige zivilisierte Welt von dem „goldenen Reich“ erobert wurde. Inwiefern gleicht das „Tier“ in Offenbarung 13 Babylon? Nimrod, der Babylon erbaut hat, verlangte von seinen Untertanen Anbetung. Menschen zu ehren und zu schätzen ist eine große Sache. Wenn man sie jedoch anbetet, ist das Gotteslästerung. Der Mensch, der für sich Anbetung in Anspruch nimmt, begeht eine schreckliche Sünde gegen Gott. Genau das verlangt der Führer des „Tieres“. Stellen Sie sich vor, als Nimrod starb, gab seine Frau, die Königin Semiramis, bekannt, dass Nimrod nun Sonnengott geworden wäre! War das ein Bild, als die Königin in majestätischer Erscheinung vor die begeisterten Massen trat. Die Spannung war sehr groß. Was sollte jetzt mit dem Reich werden, nachdem der König gestorben war? Alle hofften auf eine vernünftige Lösung. Die Königin erhebt ihre Arme, um die begeisterten Rufe zum Schweigen zu bringen. Da kommt Ruhe in die gewaltige Menschenmasse. Nun verkündigt die Königin Semiramis der gespannt lauschenden Volksmenge eine Botschaft, die äußerst verblüffend und entheiligend war, weil sie sich gegen Gott richtete. Sie teilte den Untertanen mit, dass ihr der Wolkengott offenbart hätte, der große und geliebte König würde seinem Volk von jetzt an aus höherer Sphäre als Sonnengott dienen. Die Antwort war klar. Sie nahmen diese Aussage an, weil sie jeden Tag etwas am Himmel beobachten konnten. Dieser helle Feuerball hatte nun nichts Abergläubisches mehr an sich; denn der Sonnengott schickte seinem Volk den Segen. Wenn er dann verschwand, führte er für sie mit den unterirdischen Geistern und Dämonen Krieg. Erschien er wieder am Himmel, dann hatten sie erneut das Gefühl, einen weiteren Tag sicher zu sein. Alles schien ihnen glaubhaft. Nimrod wäre jetzt der Sonnengott. Jenen Menschen, die sich vor der in Glanz und Luxus erschienenen Königin eingefunden hatten, schien dies glaubwürdig. In tiefster Dankbarkeit brachten sie ihm jeden Morgen, wenn er sieghaft nach der Schlacht erschien, ihre Verehrung dar, indem sie vor ihm nieder fielen. Die Königin legte für diese neue Form der Anbetung ihre Herrschaft nieder. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind musste sich jeden Morgen vor der Sonne verbeugen und Dank darbringen. Auf diese Weise begann die satanische Form der Sonnenanbetung. Ein schlechter Ersatz, eine Gegenreligion. Sie werden noch staunen, wie Satan Jahrhunderte hindurch Mittel und Wege gefunden hat, diese antichristlichen Formen beizubehalten.

Wie ist es nun mit dem nächsten Königreich? Medo-Persien kam in jener schrecklichen Nacht an die Macht, als der letzte König von Babylon ein Fest für tausend seiner Gewaltigen veranstaltete, wobei die Gefäße des Tempels Gottes auf den Boden geschleudert wurden. Das war wirklich unglaublich. Er zitterte vor Schreck als er sah, wie eine Hand sein Urteil an die Palastwand schrieb. Was hatte es mit der Schrift auf sich?  „König Belsazar machte ein herrliches Mahl für seine tausend Mächtigen und soff sich voll mit ihnen. Da wurden die goldenen und silbernen Gefäße herbeigebracht, die aus dem Tempel, aus dem Hause Gottes zu Jerusalem, weggenommen worden waren; und der König, seine Mächtigen, seine Frauen und Nebenfrauen tranken daraus. Im gleichen Augenblick gingen hervor Finger wie von einer Menschenhand, die schrieben gegenüber dem Leuchter auf die getünchte Wand in dem königlichen Saal. Und der König erblickte die Hand, die da schrieb.“ (Daniel 5,1.3.5) Welch ein Ereignis! Beim Anblick dieser Hand war Belsazar vor Schreck gelähmt. Er rief die „Weisen, Gelehrten und Wahrsager.“ Doch sie konnten ihm nicht helfen. Schließlich schlug die Königin vor, man möge Daniel rufen. Dem korrupten König ist die Tatsache nicht unbekannt geblieben, dass gerade Daniel Träume deuten und Geheimnisse offenbaren konnte, weil der Gott des Himmels mit ihm war. Doch Belsazar hasste Gott und wollte Daniel nicht mit den weisen Männern auf eine Stufe stellen. Aber jetzt ist er in Todesangst. Auf Vorschlag der Königin wurde Daniel gerufen. Was passierte da? „Da wurde Daniel vor den König geführt. Und der König sprach zu Daniel: Bist du Daniel, einer der Gefangenen aus Juda, die der König, mein Vater, aus Juda hergebracht hat?“ (Daniel 5,13) Nachdem der König zugegeben hatte, dass seine Weisen nicht in der Lage waren, die Schrift zu lesen, sagte er: „Von dir aber höre ich, dass du Deutungen zu geben und Geheimnisse zu offenbaren vermagst. Kannst du nun die Schrift lesen und mir sagen, was sie bedeutet, so sollst du mit Purpur gekleidet werden und eine goldene Kette um deinen Hals tragen und der Dritte in meinem Königreich sein.“ (Daniel 5,16) Daniel wusste sehr wohl, was in jener Nacht passieren würde. Irdische Belohnungen bedeuteten ihm nichts. In wenigen Stunden würden die meisten an diesem Hofe nicht mehr leben. Daniel war nicht auf Belohnung aus. „Da fing Daniel an und sprach vor dem König: Behalte deine Gaben und gib dein Geschenk einem anderen; ich will dennoch die Schrift dem König lesen und kundtun, was sie bedeutet.“ (Daniel 5,17) Nachdem er den König an seine Auflehnung und an seinen Stolz Gott gegenüber erinnert hatte, berichtete er ihm, was die Schrift bedeutet. Da kam die erschütternde Botschaft. Daniel fuhr fort: „So aber lautet die Schrift, die dort geschrieben steht: MENE, MENE, TEKEL U-PARSIN. Und sie bedeutet dies: MENE, das ist, Gott hat dein Königtum gezählt und beendet. TEKEL, das ist, man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht befunden. PERES, das ist, dein Reich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben.“ (Daniel 5,25-28) Der König war erschüttert. Können Sie sich die Verzweiflung vorstellen? Er brauchte nicht lange in Ungewissheit zu warten. „Aber in derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet. Und Darius aus Medien übernahm das Reich als er zweiundsechzig Jahre alt war.“ (Daniel 5,30; 6,1) So war es also. Der Löwe mit den zwei Flügeln war tot. Im Jahr 538 v. Chr. wurde das Reich von den Medo-Persern unter Darius übernommen. Der Bär nach Daniels Traum hatte die Welt erobert. Inwiefern ist das „Tier“ aus Offenbarung 13 dem medo-persischen Reich gleich? Bei den Medo-Persern gab es einen Grundsatz: Wenn der Staat ein Gesetz heraus gegeben hatte, konnte es nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Regierung wurde als unfehlbar angesehen. Sie werden gleich sehen, dass das „Tier“ die gleiche Devise vertritt. 

Medo-Persien war so lange an der Macht, bis es auf einen jungen Mann stieß, dessen militärische Überlegenheit gewaltig war. Das war Alexander der Große. Seine unmäßige Machtgier machte ihn im Alter von 25 Jahren zum Herrscher des größten Teils der Welt. „Die Schlachten bei Granikus, 334 v. Chr., bei Issus im folgenden Jahre und bei Arbela im Jahre 331 v. Chr. entschieden das Schicksal des Perserreiches und begründeten die ausgedehnte Herrschaft der Griechen“ – Bibellesungen für den Familienkreis, S. 216. Seine militärische Genialität ließ Griechenland zum dritten Weltreich werden. Der Panther nach dem Gesicht Daniels mit vier Köpfen und vier Flügeln hatte den Bären des medo-persischen Reiches ersetzt. Warum aber vier Köpfe?  Alexander hatte die Welt erobert. Doch sich selbst hatte er nicht besiegen können. Bei einem Trinkgelage trank er den herkulischen Becher leer, der mit Alkohol gefüllt war. Das war eine enorme Leistung. Der menschliche Magen kann kaum mehr als einen Liter aufnehmen. Zu allem Überdruss trank er den Becher zweimal leer. Das war sein Tod. Im Alter von 33 Jahren starb er mit heftigem Fieber. Es war sein ausdrücklicher Wille, dass die stärksten Männer das Königreich übernehmen sollten. Seine vier Generäle Kassandros, Lysimachos, Seleukos und Ptolemeus übernahmen nach jahrelangen blutigen Kämpfen das Reich und teilten es in vier Teile. Die Teile werden von den vier Köpfen des Panthers dargestellt. Was bedeuteten aber die vier Flügel? Sie weisen auf die Schnelligkeit hin. Alexander hatte die Welt in 13 Jahren erobert. Solch eine Leistung war und ist ohnegleichen. Es war im Jahre 323 v. Chr. Vor seinem Tode hatte Alexander befohlen, dass ihn die griechischen Städte als Gott verehren sollten. Das „Tier“ in Offenbarung 13 ist „wie ein Panther“, weil es die griechische Kultur übernahm und auch einen Führer hat, der als Gott verehrt werden will.

„Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, ein viertes Tier war furchtbar, schrecklich und sehr stark und hatte große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte, und was übrig blieb, zertrat es mit Füßen. … und [es] hatte zehn Hörner.“ „Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein.“ (Daniel 7,7.23) Das vierte Reich, das durch dieses schreckliche Tier dargestellt wurde, ist Rom. Im Jahre 168 v. Chr. wurde Griechenland von Rom besiegt und gab später dem „Tier“ aus Offenbarung 13 seine Macht. Aus dem vierten „schrecklichen“ Tier brach ein kleines Horn hervor. Das Tier aus Offenbarung 13 und das „kleine Horn“ aus Daniel 7 stellen die gleiche Macht dar. Gott möchte, dass es in Bezug auf die Identität dieser Macht keinen Zweifel gibt. Deshalb beschreibt er sie in beiden prophetischen Büchern. Ist die biblische Prophetie nicht etwas Wunderbares? Hier wird das „kleine Horn“ beschrieben: „Als ich aber auf die Hörner acht gab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul; das redete große Dinge. … und wird drei Könige stürzen. Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit“ (Daniel 7,8.24.25) Wenn Sie diese Erklärung des „kleinen Horns“ mit dem Wortlaut in Offenbarung 13 vergleichen, dann werden Sie feststellen, dass es sich hier um die gleiche Macht handelt. Was als höchst erstaunlich erscheint, ist der Hinweis darauf, dass diese Macht sich unterstehen wird, „Festzeiten (Zeiten — Elberfelder Übersetzung) und Gesetz zu ändern“. (Daniel 7,25) Hier geht es um ein System, das sich als Gott ausgibt und es wagt, sein Gesetz zu ändern – die Verfassung des Universums. Mit gotteslästerlicher Vermessenheit geht er ans Werk. Doch Gott hat gesagt: „Zuverlässig sind alle seine Gebote, fest gegründet auf immer und ewig.“ (Psalm 111,7.8) (Elberfelder Übersetzung).

Gemeinsamkeiten zwischen dem „Tier“ und dem „kleinen Horn“

1. Das „kleine Horn“ hat Augen wie
„Menschenaugen“. (Daniel 7,8)

Das „Tier“ hat „die Zahl eines Menschen“.
(Offenbarung 13,18)

2. Das „kleine Horn“ vernichtet „die Heili-
gen des Höchsten“. (Daniel 7,25)

Das „Tier“ wird „kämpfen mit den Heili-
gen.“ (Offenbarung 13,7)

3. Das „kleine Horn“ wird „den Höchsten
lästern“. (Daniel 7,25)

Das „Tier tut auch sein Maul auf zur Lä-
sterung gegen Gott“. (Offenbarung 13,6)

4. Das „kleine Horn“ kommt unter den zehn
Hörnern (= zehn Reiche, in die Rom zer-
fiel) hervor. (Daniel 7,8)

Das „Tier“ empfängt seine „Kraft und sei-
nen Thron und große Macht“ von Rom
(nach Bildung der zehn Reiche).
(Offenbarung 13,2)

10. Der zehnte Anhaltspunkt dafür, wer das Tier ist, liegt in der Zeitspanne, die Gott für seine Herrschaft gibt, bevor es die „tödliche Wunde“ erhält. 1260 Jahre sollte es herrschen. Es gibt keinen Zweifel daran. In Daniel und der Offenbarung werden die Zeitangaben siebenmal erwähnt

Die 1260 Jahre, die das Tier herrschte

Die sieben Verse, in denen die 1260 Jahre erwähnt werden, sprechen alle von der gleichen Macht, die Gottes Volk verfolgte. Es handelt sich um folgende Texte: Offb. 13,5; Offb. 11,2; Dan. 7,25; Offb. 12,14; Offb. 11,3; Offb. 12,6 und Dan. 12,7. Die Zeit-Prophezeiungen erklären sich nach dem Prinzip aus Hesekiel 4,1-6 und 4. Mose 14,34. Diese Texte zeigen, dass ein Tag in der Prophetie ein buchstäbliches Jahr darstellt. Daher müssen Zeitangaben in den Prophezeiungen zuerst in Tage umgerechnet werden. Mit diesem biblischen „Schlüssel“ lassen sich die Zeit-Prophezeiungen vollkommen deuten und sie werden leicht verständlich. Ein Monat in der Bibel hat 30 Tage (vgl. 1. Mose 7,11.24; 8,4). Ein Jahr hat demnach 360 Tage. Wenn wir dies beachten, dann können wir alle prophetischen Zeitangaben verstehen.

In Daniel 7,25; 12,7 und Offenbarung 12,14 ist von „Zeit“, „Zeiten“ und „eine halbe Zeit“ die Rede. Das ist gleichbedeutend mit 3 1/2 Zeiten. Aus Daniel 4 entnehmen wir, dass eine „Zeit“ ein buchstäbliches Jahr bedeutet. In diesem Kapitel wird nach Daniels Vorhersage beschrieben, wie der König Nebukadnezar „sieben Zeiten“ auf dem Felde leben würde. In diesem Zustand befand er sich tatsächlich 7 wörtliche Jahre. So dürfen wir davon ausgehen, dass 3 1/2 Zeiten gleich 3 1/2 Jahre sind, und 3 1/2 Jahre sind 1260 Tage 3 1/2 x 360). In Offenbarung 11,3 und 12,6 lesen wir von 1260 Tagen. Während jener Zeit würde das Volk Gottes verfolgt werden. Nach dem Jahr-Tag-Prinzip, das wir in Hesekiel 4,6 und 4. Mose 14,34 finden, ist ersichtlich, dass diese Macht 1260 Jahre regieren würde, bevor sie eine „tödliche Wunde“ erhalten sollte. Wenn wir einen Blick auf das Tier werfen, wird uns klar, dass sich dies auch tatsächlich erfüllte. Da Gott diese Zeitspanne siebenmal erwähnt hat, können wir sehen, welche Wichtigkeit Gott ihr beimisst. Hier sind die Verse in geordneter Reihenfolge: In Offb. 11,2 und Offb. 13, 5 wird erwähnt, dass diese Macht 42 Monate herrscht. (42 Monate zu je 30 Tagen ergeben 1260 Tage.) Dan. 7, 25; Dan. 12,7 und Offb. 12,14 beschreiben das Tier, das 3 1/2 Zeiten (Jahre) regiert. 3 1/2 prophetische Jahre ergeben ebenfalls 1260 Tage. In Offb. 11,3 und Offb. 12,6 wird von dieser Macht, die Gottes Volk verfolgt, gesagt, dass sie 1260 Tage regiert. Alle sieben Texte zeigen, dass diese Macht 1260 prophetische Tage regiert. In Wirklichkeit handelt es sich also um 1260 Jahre.

Nun gebe ich Ihnen noch einen zusätzlichen Hinweis, bevor ich Ihnen sage, wer das Tier ist. Es ist nicht nur mit dem “kleinen Horn“ aus Daniel 7 identisch, sondern auch mit der „großen Hure“, die auf dem scharlachfarbenen Tier von Offenbarung 17 sitzt. Lassen Sie uns einen Blick dorthin werfen. „Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt, … Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll lästerlicher Namen war und hatte sieben Häupter und zehn Hörner.“ (Offenbarung. 17,1.3) Da sind also wieder die Häupter und Hörner. Wir kommen zu dem Schluss, dass wir sie mit Rom in Verbindung bringen. Die Hure hat die Herrschaft über Rom und hat ihren Sitz dort. Das kommt uns bekannt vor. Es wird jetzt immer klarer.  Diese „Hure“ stellt ein verderbtes Kirchensystem dar. (Frau = Sinnbild für eine Gemeinde in biblischer Prophetie: vgl. 2. Korinther 11,2; Epheser 5,23-32 – Eine Hure ist schon im AT ein Symbol für eine abgefallene Gemeinde: Hesekiel 16,1-63; Hesekiel 23,1-49) Hören Sie die folgenden Worte: „Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen.“ — Offenbarung 17,4. Es ist eine reiche Kirche. Sie wird die „MUTTER DER HUREREI und aller Gräuel auf Erden“ genannt. Es ist nicht irgendeine Kirche schlechthin, sondern es ist eine Mutter-Kirche, eine Weltmacht. „Und ich sah die Frau, trunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.“ (Offenbarung 17,6) Ja, sie tötet die Heiligen. Das ist entsetzlich. Warum spricht Gott so von einer Kirche, wo er doch so liebevoll ist? Warum stellt er sie vor der Welt bloß? Warum warnt er die Menschen und sagt, dass jeder, der dieser Macht folgt und ihr Malzeichen annimmt, im feurigen Pfuhl enden wird? Ist er denn nicht ein Gott der Liebe und des Erbarmens?  Die Antwort liegt wohl darin, dass es die Wahrheit ist. Obwohl Gott sehr mitfühlend ist, sagt er doch immer die Wahrheit. Ich weiß, dass es hart klingt: Doch es handelt sich um eine unmoralische kirchliche Macht, die Satan benutzt hat, um die ganze Welt zu verführen. Durch Täuschung und Betrug will er Männer und Frauen des ewigen Lebens berauben. Diese kirchlichen Führer setzen an die Stelle des Wortes Gottes ihre eigenen Aussagen und veranlassen das Volk, diese zu beachten. Gottes Gebote wurden durch Menschengebote ersetzt. Deshalb schildert Gott die Dinge in dieser Weise; denn er ist Liebe. Bedenken Sie, dass dieser gefallenen Kirche, die „Babylon“ genannt wird, viele aufrichtige, gute Christen angehören. Sie werden Gottes Ruf hören und herauskommen. Achten Sie auf die folgenden Worte des lauten Rufs: „Und er rief mit mächtiger Stimme: Sie ist gefallen, Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Teufel geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen Vögel und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Tiere. Und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen! Denn ihre Sünden reichen bis an den Himmel, und Gott denkt an ihren Frevel.“ (Offenbarung 18,2.4)

Wer ist nun das Tier? Um welche Macht handelt es sich?

♦ Es erhielt seinen „Thron“ und seine Macht von Rom. (Offenbarung 13,2)

♦ Es beherrschte die Welt für 1260 Jahre (von 538 n. Chr. bis 1798 n. Chr.).

♦ Dann erhielt es eine tödliche Wunde, die später heil wurde. (Offenbarung 13,3)


♦ Es ist sowohl eine politische als auch eine religiöse Macht, die angebetet wird. (Offenbarung 13,4)

♦ Es verfälscht Gottes Gesetz. (Daniel 7,25)

♦ Der Führer behauptet von sich, auf dieser Erde als Gott zu gelten und maßt sich das Recht an, Sünden vergeben zu können, was jedoch Gotteslästerung ist. (Offenbarung 13,1)

♦ Hier handelt es sich um eine Mutter-Kirche (aus ihr sind also auch Töchter hervorgegangen). Offenbarung 17,5

♦ Es kämpfte gegen die Heiligen. (Offenbarung 13,7)

♦ Der Machtbereich ist weltweit. „Und die ganze Erde wunderte sich.“ (Offenbarung 13,3.4)

♦ An der Spitze steht ein Mensch, dessen Name die Zahl 666 ergibt. (Offenbarung. 13,18)


♦ Die auf Erden wohnen, machen ihm ein „Bild“. — Offenbarung 13,14.

♦ Es hat ein furchtbares „Malzeichen“. Wer es annimmt, wird ins Feuer geworfen
und wird das ewige Leben verlieren. (Offenbarung 14,9.10)

Jetzt werden die meisten wissen, dass es um das Papsttum geht. So ist es tatsächlich. Es ist die einzige Macht auf der Erde, auf die alle erwähnten Kennzeichen zutreffen. Was hat es aber mit der Zahl 666 und dem veränderten Gesetz auf sich? Das erfahrt ihr im nächsten Artikel. („666 und weitere Kennzeichen“)