Die heiligende Wahrheit

Indem Gott seinen eingeborenen Sohn für die Sünder sterben ließ, hat er der gefallenen Menschheit ein einzigartiges Beispiel seiner Liebe gegeben (Johannes 3,16). Wir haben volles Vertrauen in die Heilige Schrift, die sagt: „Gott ist Liebe.“ (1. Johannes 4,8). Und doch haben viele schändlicherweise dieses Wort verdreht und sind wegen der falschen Auslegung in einen gefährlichen Irrtum verfallen. Gottes heiliges Gesetz ist der einzige Maßstab, an dem wir die göttliche Sinnesart ermessen können. Wenn wir Gottes Gesetz nicht zu unserem Maßstab machen, dann stellen wir für uns eigene Regeln auf. Gott hat uns wertvolle Beteuerungen seiner Liebe gegeben. Wir sollten ihm aber keine Liebesbeweise zuschreiben, die ihn dazu bringen, Schuld und Schlechtigkeit zu übersehen. Der Schöpfer liebt seine Geschöpfe. Wer die Sünde (=Übertretung des Gesetzes: 1. Johannes 3,4) aber mehr liebt als die Gerechtigkeit, den Irrtum mehr als die Wahrheit, der will die Sünde, die nur Leid in unsere Welt gebracht hat, verewigen. An dem kann der Gott der Wahrheit keinen Gefallen finden. Der Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit schließt ein Kreuz mit ein (Lukas 9,23; Matthäus 10,38). Viele missdeuten die Forderungen Gottes und legen sie so aus, dass ihr Gewissen nicht beunruhigt wird und sie sich in ihrem Pflichtenbereich nicht belästigt fühlen. Aber die Wahrheit ist das einzige Mittel, das zur Heiligung führt (Johannes 17,17.19). Die Liebe Gottes, wie sie in Jesus offenbart wird, führt uns zur wahren Vorstellung vom Wesen Gottes (Johannes 14,9). Wenn wir auf Christus sehen, der für unsere Sünden zerstochen wurde, dann werden wir erkennen, dass wir nicht einfach das Gesetz brechen und gleichzeitig in Gottes Gunst bleiben können. Uns wird klar werden, dass wir als Sünder die Verdienste Christi in Anspruch nehmen und die Sünde lassen müssen. Dann werden wir Gott näher kommen. Sobald wir ein echtes Verständnis von der Liebe Gottes haben, werden wir keine Neigung verspüren, sie zu missbrauchen. Das Kreuz Christi bezeugt die Unwandelbarkeit des Gesetzes Gottes. Es zeigt uns, dass Gott uns so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn für unsere Sünden in den Tod gab.

Die Behauptung, dass Christus durch seinen Tod das Gesetz seines Vaters abgeschafft habe, entbehrt jeder Grundlage. Hätte das Gesetz verändert oder beseitigt werden können, dann hätte Christus nicht zu sterben brauchen, um den Menschen von der Strafe der Sünde zu retten. Der Tod Christi, weit davon entfernt, das Gesetz abzuschaffen, beweist, dass es unveränderlich ist. Der Sohn Gottes ist gekommen, „dass er sein Gesetz herrlich und groß mache.“ (Jesaja 42,21.) Er sagte: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen… Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschehe.“ (Matthäus 5,17.18.) Und von sich selbst sagt er: „Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.“ (Psalm 40,9.) Christus kam nicht, um das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen. Nicht ein Pünktchen der göttlichen Grundsätze konnte geändert werden, um den Menschen in seinem gefallenen Zustand zu erreichen. Jesus starb, damit seine Gerechtigkeit dem bußfertigen Sünder zugerechnet werden konnte und er in die Lage versetzt würde, das Gesetz zu halten. Die Liebe Gottes ist unermesslich. Und doch kann der Sünder nur durch den Erlösungsplan Vergebung finden, der die Schmach und Schande sowie den Tod des Sohnes Gottes notwendig machte.

Vernünftig argumentierende Seelen, die einen Anspruch auf Heiligung erheben, sollten durch diese Tatsache die von vielen geäußerte Meinung aus der Welt schaffen, dass durch seinen Tod der Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes aufgehoben worden wäre. Täglich müssen wir in der Schule Christi von dem großen Erlösungsplan lernen. Wenn wir nicht mehr lernen, dann verzichten wir darauf, Schüler in der Schule Christi zu sein. Bleiben wir aber Schüler des göttlichen Lehrers, dann wird unser Verständnis zunehmen, und wir lernen wunderbare Dinge aus dem Gesetz Gottes (Psalm 119,18). Viele Religionslehrer behaupten, dass Christus durch seinen Tod das Gesetz abgeschafft habe und die Menschen seien hinfort von seinen Anforderungen entbunden. Es gibt etliche, die es als ein schweres Joch hinstellen und im Gegensatz zu der Knechtschaft des Gesetzes die unter dem Evangelium zu genießende Freiheit hochhalten. Ganz anders jedoch betrachteten die Propheten und Apostel das heilige Gesetz Gottes. David sagte: „Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle. Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz und es halte von ganzem Herzen. Führe mich auf dem Steig deiner Gebote; denn ich habe Gefallen daran. Ich will dein Gesetz halten allezeit, immer und ewiglich.“ (Psalm 119,45.34.35.44) Der Apostel Jakobus, der nach Christi Tod schrieb, verweist auf die Zehn Gebote als „das königliche Gesetz“, „das vollkommene Gesetz der Freiheit.“ (Jakobus 2,8; 1,25) Der Schreiber der Offenbarung sprach mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Kreuzigung übe die wahren Gläubigen, deren Hauptkennzeichen sind, dass sie  halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus!“ (Offenbarung 14,12. Das Gesetz Gottes ist schon von Natur aus unveränderlich. Es ist eine Offenbarung des Willens und des Charakters seines Urhebers. Gott ist die Liebe, und sein Gesetz ist Liebe. Die beiden großen Grundsätze des Gesetzes sind Liebe zu Gott und zu den Menschen (Lukas 10,25-28). „So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.“(Römer 13,10.) Der Charakter Gottes ist Gerechtigkeit und Wahrheit; derart ist auch die Beschaffenheit seines Gesetzes. Der Psalmist sagt: „Dein Gesetz ist Wahrheit“; „alle deine Gebote sind gerecht.“ (Psalm 119,142.172) Und der Apostel Paulus erklärt: „So ist das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.“ (Römer 7,12) Solch ein Gesetz, das ein Ausdruck des Geistes und des Willens Gottes ist, muss ebenso beständig sein wie sein Urheber. Lasst uns demnach pflichtbewusst vor dem Herrn wandeln.

Lasst uns daran denken, wie oft wir unsere Versprechen gebrochen und unsere besten Vorsätze zunichte gemacht haben. Wie oft haben wir uns trotz großer Erleuchtung vom Herrn abgewandt und unsere Götzenbilder gesucht. Es ist höchste Zeit für uns, dass wir uns unter die mächtige Hand Gottes demütigen. (1. Petrus 5,6) Wir haben die Gewohnheit, uns höher einzuschätzen, als wir sollten. Obwohl es für uns schmerzlich ist, uns so zu erkennen wie wir wirklich sind, sollten wir jedoch Gott bitten, uns zu offenbaren, wie er uns sieht. Wir dürfen aber nicht aufhören zu beten, wenn wir um die Erkenntnis der eigenen Person gebetet haben. Wir sollten darum bitten, dass uns Jesus als ein sündenvergebender Heiland offenbart wird. Wenn wir Jesus so erkennen wie er ist, dann sollte ein ernstliches Verlangen in unseren Herzen aufkommen, vom eigenen Ich loszukommen, damit wir von Christi Reichtum erfüllt werden. Ist dies unsere Erfahrung, dann werden wir uns gegenseitig Gutes tun und alle uns zur Verfügung stehenden Mittel dazu verwenden, um zur Frömmigkeit zu gelangen. Wir müssen unsere Seele von aller Unreinigkeit des Fleisches und Geistes reinigen und unsere Heiligung in der Furcht des Herrn vervollkommnen (2. Korinther 7,1). Die Liebe Gottes ist ein wunderbares Element, das das Universum in den Stunden der Prüfung und Bewährung zu unserer Unterstützung bewegen kann. Werden wir aber nach der Bewährungszeit für Übertreter des Gesetzes Gottes erklärt, dann wird der Gott der Liebe zu einem Herrn der Rache (Jesaja 59,17-19; Offenbarung 19,11-21). Gott macht keinen Kompromiss mit der Sünde. Der Ungehorsame wird bestraft (Psalm 37,38; Jesaja 13,9-11; Jesaja 1,28). Der Zorn Gottes fiel auf seinen geliebten Sohn, als Christus anstelle des Sünders am Kreuz von Golgatha hing. Jetzt sucht die Liebe Gottes den niedrigsten und erbärmlichsten Sünder zu erreichen, der bußfertig zu Christus kommen will. Sie will den Sünder in ein gehorsames, treues Kind Gottes verwandeln (Epheser 4,17-22; Römer 6,11-13; Römer 1,5; Römer 16,26). Niemand wird jedoch errettet werden, der in der Sünde beharrt (1. Korinther 6,9.10; Galater 5,19-21; Jesaja 59,20). Sünde ist Übertretung des Gesetzes (1. Johannes 3,4).

Der Arm, der jetzt stark ist zu retten, wird auch stark sein zu strafen, wenn der Sünder die Grenze der göttlichen Geduld überschritten hat. Wer sich weigert, nach dem Leben zu trachten, wer nicht in der Bibel forscht, um die Wahrheit zu erfahren – damit er nicht durch seinen Wandel verdammt werde – wird verblendet und den Täuschungen Satans überlassen werden (2. Thessalonicher 2,9-12). Im gleichen Maße wie die Liebe den Bußfertigen und Gehorsamen abschirmt, bleibt der Verstockte und Ungehorsame den Folgen seiner eigenen Unwissenheit und Herzenshärte überlassen. Ihnen wird die rettende Liebe der Wahrheit nicht zuteil. Viele bekennen sich zu Christus, ohne je die Reife in ihm zu erlangen. Sie geben zu, dass der Mensch gefallen ist, dass seine Fähigkeiten nachgelassen haben und dass er außerstande ist, moralisch einwandfrei zu leben. Sie sagen ferner, Christus habe alle Last, alles Leid und alle Selbstverleugnung auf sich genommen, und sie sind damit einverstanden, dass er all dies weiter für sie trägt. Sie selbst, so erklären sie, brauchten nichts anderes zu tun, als zu glauben. Jesus aber hat gesagt: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ (Matthäus 16,24). Jesus hat die Gebote Gottes gehalten (Johannes 15,10; 1. Petrus 2,22) . Die Pharisäer behaupten, er hätte das Gesetz gebrochen, weil er einen Mann am Sabbat heilte. Aber Jesus wandte sich an die Ankläger und fragte: „Was ziemt sich zu tun an den Sabbaten, Gutes oder Böses? das Leben erhalten oder verderben? Und er sah sie alle umher an und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er tat´s: da ward ihm seine Hand wieder zurechtgebracht, gesund wie die andere. Sie aber wurden ganz unsinnig und beredeten sich miteinander, was sie ihm tun wollten.“ (Lukas 6,9-11). Dieses Wunder überzeugte die Pharisäer nicht, dass Jesus der Sohn Gottes war, sondern erfüllte sie mit Zorn, weil viele, die das Wunder bezeugten, Gott die Ehre gaben. Jesus erklärte, dass diese Tat der Barmherzigkeit am Sabbat erlaubt wäre. Die Pharisäer dagegen behaupteten, sie sei nicht erlaubt. Wem wollen wir glauben? Christus sagte: „… gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.“ (Johannes 15,10). Danach ist es gewiss richtig für uns, den Weg Christi zu befolgen und die Gebote zu halten. Gott hat uns Fähigkeiten gegeben, die wir ständig gebrauchen sollten, um mit Christus zusammenzuarbeiten und mit Furcht und Zittern nach der Seligkeit zu trachten, denn Gott ist es, der in uns wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. (Philipper 2,12.13)

Niemals dürfen wir uns selbstzufrieden ausruhen und aufhören, im Glaubensleben Fortschritte zu machen, mit der Behauptung: »Ich bin erlöst!« Wo dieser Gedanke auftaucht, hört jeder Grund zu Wachsamkeit, Gebet und Streben nach Höherem auf. Keine geheiligte Zunge vermag vor der Wiederkunft Jesu eine solche Aussage zu machen. Dann allerdings werden wir allen Grund haben, Gott und dem Lamm für die ewige Erlösung Ehre zu geben. Solange der Mensch noch schwach ist – vermag er doch sich selbst nicht zu erlösen -, sollte er niemals zu sagen wagen: »Ich bin gerettet!« Er kann sich nicht des Sieges rühmen, weil er lediglich die Rüstung angelegt hat. Er muss vielmehr kämpfen und siegen. Nur wer bis ans Ende beharrt, wird errettet (Matthäus 24,12.13). Der Herr spricht: „Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben.“ (Hebräer 10,38). Wenn wir nicht fortschreiten von Sieg zu Sieg, werden wir in die ewige Verdammnis fallen.

Es darf keinen menschlichen Maßstab geben, wonach wir einen Charakter beurteilen. Wir haben genug davon erfahren, was die Menschen hier unten unter Vollkommenheit verstehen. Gottes heiliges Gesetz ist die einzige Richtschnur, an der wir erkennen können, ob wir seinen Willen tun oder nicht (Prediger 12,13.14; Psalm 40,9) . Sind wir ungehorsam, dann befinden sich unsere Charaktere nicht in Einklang mit den göttlichen Grundsätzen seiner Regierung, und es ist eine Lüge zu behaupten: „Ich bin gerettet.“ Keiner ist gerettet, der ein Übertreter des Gesetzes Gottes ist, denn dies ist die Grundlage seiner irdischen und himmlischen Regierung. Wer sich unwissend in die Reihen des Feindes begibt und die vom Pult verkündeten Worte der Religionslehrer nachspricht, dass das Gesetz Gottes keine Gültigkeit mehr für die menschliche Familie habe, wird Licht empfangen, um diese Irrtümer zu entdecken, wenn er das Zeugnis des Wortes Gottes annimmt. Jesus war der Engel, der sich am Tage in der Wolkensäule und während der Nacht in der Feuersäule verbarg (1. Korinther 10,1-13). Er gab besondere Anweisung, dass die Hebräer das Gesetz lehren sollten, das schon bei der Grundlegung der Welt gegeben worden war – als die Morgensterne zusammen sangen und die Söhne Gottes aus Freude jubelten (Hiob 38,7). Das gleiche Gesetz wurde majestätisch am Sinai mit seiner eigenen Stimme verkündigt. Er sagte: „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst, und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein.“ (5. Mose 6, 6-8).

Wie ungeduldig die Übertreter des Gesetzes Gottes werden, wenn das Gesetz erwähnt wird. Sie sind verärgert, wenn davon gesprochen wird. Das Wort Gottes hat keine Wirkung auf Lügen und Traditionen. Satan hat der Welt seine Auffassung von Gottes Gesetz dargestellt. Sie ist gegenüber einem deutlichen „So spricht der Herr“ vorgezogen worden. Der Streit um das Gesetz Gottes begann im Himmel und ist seit Satans Entfernung aus dem Himmel auf der Erde weitergeführt worden (Hesekiel 28,15.16; Offenbarung 12,9.12). Wir müssen uns immer wieder unsere große Bedürftigkeit einprägen, damit wir unseren Heiland zu würdigen wissen und anderen von ihm erzählen. Die Größe unserer Schuld begreifen wir nur durch die Länge der heruntergelassenen Kette, die uns in die Höhe ziehen soll. Wir sollten unsere Geisteskräfte dazu einsetzen, um das schreckliche Verderben zu erkennen, in das uns die Sünde gebracht hat. Wir sollten versuchen, den göttlichen Plan zu verstehen, durch den wir erneuert und vor Gott wohlgefällig werden können. Unsere stolzen Herzen sollten sich unaufhörlich demütigen, weil der teure Sohn Gottes in unsere Welt kommen musste, um für uns den Kampf zu führen, damit wir die Kraft erhalten können, in seinem Namen zu siegen. Wenn wir auf das Kreuz von Golgatha schauen, wird alle Prahlerei von unseren Lippen verschwinden und wir werden rufen: „Unrein und unwürdig dieser großen Leiden und des unermesslichen Preises, der für meine Erlösung bezahlt wurde.“ Unwissenheit und Selbstzufriedenheit gehen Hand in Hand. Das Gesetz Gottes ist als Weisung für unser Verhalten gegeben worden und ist weitreichend in seinen Grundsätzen. Es gibt keine Sünde, kein Werk der Ungerechtigkeit, das der Verdammung des Gesetzes ausweichen kann (Römer 3,19). Das große Gesetzbuch ist Wahrheit, reine Wahrheit. Es beschreibt mit absoluter Genauigkeit die Geschichte des satanischen Betruges und das Verderben seiner Nachfolger. Satan behauptete, Gesetze vorlegen zu können, die besser als Gottes Richtlinien und Urteile wären, und er wurde vom Himmel ausgeschlossen. Auf der Erde hat er einen ähnlichen Versuch gemacht. Seit seinem Fall hat er immer wieder Anstrengungen gemacht, die Welt zu betrügen und die Menschen ins Verderben zu führen, um sich an Gott zu rächen, weil er überwunden und aus dem Himmel gestoßen wurde. Seine Versuche, sich und seine Werkzeuge an die Stelle Gottes zu setzen, werden unermüdlich und nachhaltig fortgesetzt. Listig hat er die Welt gefangengenommen (Offenbarung 12,9).

Auch viele der Gotteskinder wissen nichts von seinen Plänen. Daher geben sie ihm die gewünschten Möglichkeiten, Seelen zu verderben. Sie bekunden keinen brennenden Eifer, um Jesus zu erhöhen und den zugrunde gehenden Scharen das Wort zu verkündigen: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.“ (Johannes 1,29). Wer mit den auf dem Berge verkündigten Gesetzen der göttlichen Regierung vertraut ist, der kennt die Wahrheit wie sie in Jesus ist. Christus offenbarte die weitreichenden Grundsätze des Gesetzes. Er erklärte jedes Gebot und demonstrierte die genaue Anwendung durch sein vorbildliches Leben. Wer die Wahrheit kennt wie sie im Gesetz ist, der kennt die Wahrheit wie sie in Jesus ist, und wer im Glauben an Christus die Gebote Gottes befolgt, dessen Leben ist mit Christus in Gott verborgen. Gäbe es für die Menschheit keinen Heiland, dann würde das Wissen um die Anforderungen des Gesetzes den letzten Hoffnungsstrahl der Seele vernichten. Doch die Wahrheit wie sie in Jesus ist bedeutet ein Wohlgeruch des Lebens zum Leben. Gottes geliebter Sohn starb, damit seine Gerechtigkeit den Menschen zugerechnet würde. Dadurch sollte ihnen nicht erlaubt werden, Gottes heiliges Gesetz zu brechen, wie Satan den Menschen einzureden versucht.

Durch den Glauben an Christus empfängt der Mensch die moralische Kraft, der Sünde zu widerstehen. Heiligung dauert ein Leben lang. Heiligung ist das Ergebnis eines ganzen Lebens. Ständig müssen wir vorwärtsschreiten. Aber dieses Werk kann nicht im Herzen vor sich gehen, wenn das Licht zu irgendeinem Punkt zurückgewiesen oder vernachlässigt wird. Die geheiligte Seele wird nicht damit zufrieden sein, in Unkenntnis zu bleiben, sondern hat ein Verlangen danach, im Licht zu wandeln und nach mehr Licht zu streben. Wie ein Grubenarbeiter nach Gold und Silber gräbt, so wird Christi Nachfolger nach der Wahrheit suchen wie nach verborgenen Schätzen (Sprüche 2,1-6). Er wird zu immer größerem Licht vordringen und an Erkenntnis zunehmen. Er wird ständig in der Gnade und in der Erkenntnis der Wahrheit wachsen (2. Petrus 3,18). Das Ich muss überwunden werden. Jede Charakterschwäche muss in Gottes großem Spiegel erkannt werden (Jakobus 1,22-25). Wir müssen feststellen, ob wir nach göttlicher Charakterbeurteilung verworfen werden oder nicht. Bist du verworfen, dann gibt es nur einen Weg für dich: du musst die Übertretung des göttlichen Gesetzes vor ihm bereuen und an Jesus glauben, der dich allein von aller Sünde reinigen kann (1. Johannes 1,9.10).

Wollen wir den Himmel erreichen, so müssen wir die heiligen Forderungen Gottes erfüllen. Wer darum ringt, nach dem Gesetz zu leben, wird sich nicht vergebens bemühen. Glaube nur an die Wahrheit wie sie in Jesus ist, und du wirst für den Kampf gegen die Mächte der Finsternis gestärkt werden. Die Ringer von ehedem kämpften um eine vergängliche Krone . Sollten wir nicht darum ringen, eine Krone zu erhalten, die uns immer bleibt? (1. Korinther 9,24-27) Satan kommt mit jeder List und Tücke, um uns zu vernichten (1. Petrus 5,8). Wenn du bei den Bequemen verweilst und sprichst, „Ich bin gerettet“, aber die Gebote Gottes nicht hältst, dann wirst du für ewig verlorengehen. In Jesus ist Wahrheit, die für die Bequemen und Untätigen schrecklich ist. Für die Gehorsamen jedoch ist die heiligende Wahrheit in Jesus, Wahrheit, die wohltuende Freude bringt. Es ist die Freude des Heiligen Geistes. Lass dich deshalb dazu bewegen, Herz und Verstand zu öffnen, damit du jeden Lichtstrahl, der vor dem Throne Gottes scheint, erkennen mögest. Dies ist keine Zeit, gleichgültig und nachlässig zu sein und das Vergnügen zu suchen. Christus kommt mit Kraft und großer Herrlichkeit. Bist du bereit? Legst du deine Sünden ab? Wirst du als Erhörung des Gebetes Jesu durch die Wahrheit geheiligt? Er betete für seine Jünger: „Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.“ (Johannes 17,17).

Eltern sollten ihre Kinder in der Zucht und Ermahnung des Herrn erziehen. Sie sollten dazu angeleitet werden, den Willen Gottes gern zu tun. Wir dürfen den Wert der jugendlichen Glaubensstärke nicht unterschätzen. Für viele Jugendliche sind die gewonnenen Eindrücke bleibend für die Ewigkeit. Gerade in der Jugend werden die Weisungen und Gebote Gottes am leichtesten auf die Tafeln der Seele geschrieben. Die Unterweisung der Kinder ist in höchstem Maße vernachlässigt worden. Die Gerechtigkeit Christi ist ihnen nicht erklärt worden wie es hätte sein sollen. Die Zeit der Bewährung wird uns geschenkt, damit unser Charakter für die Ewigkeit vorbereitet werden kann. Eltern, wie feierlich ist der Gedanke, dass euch eure Kinder übergeben wurden, damit ihr sie erzieht und unterweist, so dass sie entweder Charaktere entwickeln mögen, die Gott wohlgefällig sind oder solche, mit denen Satan und seine Engel nach Belieben spielen können! Jesus sprach aus der Wolken- und Feuersäule und forderte sein Volk auf, die Kinder mit allem Fleiss in den Geboten Gottes zu unterweisen (5. Mose 6,6-9) Wer befolgt diese Anweisung? Wer trachtet danach, die Kinder so zu erziehen, dass sie vor Gott angenehm sind? Wer ist sich dessen bewusst, dass alle Talente und Gaben der Kinder Gott gehören und völlig seinem Dienst geweiht werden sollten? Hanna weihte Samuel dem Herrn, und Gott offenbarte sich ihm in seiner Kindheit und Jugend (1. Samuel 1-3). Wir müssen viel mehr für die Kinder und für die Jugend tun; denn der Herr wird sie gnädig ansehen und befähigen, in seinem Namen große Dinge zu tun. Sie werden denen in fremden Ländern, die in Finsternis, Irrtum und Aberglauben leben, die Wahrheit verkündigen. Wenn ihr euren Kindern jedoch nachgebt und ihre selbstsüchtigen Wünsche erfüllt, wenn ihr sie dazu ermutigt, an der Mode Gefallen zu finden, Eitelkeit und Stolz zu entwickeln, dann richtet ihr etwas an, was Jesus enttäuschen wird. Schließlich hat er einen unermesslichen Preis für ihre Erlösung bezahlt. Er möchte, dass die Kinder ihm mit ungeteilter Hingabe dienen. Eltern, ihr habt ein großes Werk für Jesus zu tun, der alles für euch getan hat. Nehmt ihn als euren Führer und Helfer. Gott hat euch nicht seine allerbeste Gabe, die er geben konnte, vorenthalten – seinen eingeborenen Sohn. Kinder und Jugendliche sollten nicht daran gehindert werden, zu Jesus zu kommen. Satan versucht mit aller Macht, die Kinder an sich zu binden. Wenn ihr sie zu Jesus bringen wollt, könnt ihr nur durch entschiedene, persönliche Bemühungen zum Ziel gelangen. Kindern und Jugendlichen sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn sie sind die Hoffnung der Gemeinde. Josef, Daniel und seine Gefährten, Samuel, David, Johannes und Timotheus sind klare Beispiele für das Schriftwort „Der Weisheit Anfang ist des Herrn Furcht.“ (Sprüche 9,10).

Wir müssen größere und ernstere Anstrengungen machen, wenn der Herr Jesus als Ratgeber und Helfer bei uns bleiben soll. Das Licht, das von Golgatha vom Sohn Gottes scheint, kann jeden Wanderer heimwärts leiten. In ihm ist Kraft, jedes Herz zu reinigen und jeden Charakter zu verwandeln. Möge sich jeder echte Christ für die Kinder und Jugendlichen einsetzen und ihnen die unvergleichliche Lieblichkeit Jesu darstellen. Anziehungskraft und Täuschungen der Welt werden dann ihre Bedeutung verlieren. Sie werden keinen Vorteil mehr darin sehen, den Weg des Ungehorsams zu gehen.