Jeremia 10,1-6

Jeremia 10,1-6

„Höret, was der HERR zu euch redet, ihr vom Hause Israel! So spricht der HERR: Ihr sollt nicht die Weise der Heiden annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten. Denn die Bräuche der Heiden sind alle nichts: Man fällt im Walde einen Baum, und der Bildhauer macht daraus mit dem Beil ein Werk seiner Hände. Er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, dass es nicht umfalle. Es sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht reden; auch muss man sie tragen, denn sie können nicht gehen. Darum sollt ihr euch nicht vor ihnen fürchten; denn sie können weder helfen noch Schaden tun. Aber dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist.“

Dieser Text wurde als Verurteilung von Weihnachtsbäumen verwendet, und ein oberflächliches Lesen erweckt den Eindruck, als ob der Verfasser die moderne Weihnachtsdekoration im Sinn hatte. Aber der Kontext des Kapitels gibt den Worten eine andere Bedeutung. Jeremia beschreibt das Verhalten der Heiden, die einen Baum aus dem Wald fällen und daraus ein Götzenbild schnitzen das als Gott verehrt wird. In Vers 14 spricht er von dem „Götzenbild“ als einem falschen Gott: „kein Geist [Leben] ist darin“. „Die Götter, die den Himmel und die Erde nicht gemacht haben“, werden mit der schöpferischen Kraft des wahren Gottes kontrastiert. (Verse 10-12) Nachdem der Baum mit der Axt gefällt und geformt wurde, sagt Jeremia, dass er verziert und mit Nägeln befestigt wird (Verse 3.4). Dort bleibt er stumm und unhörbar. Er kann weder sprechen noch gehen (Vers 5). Den Stamm eines Baumes zu verehren, ist „nichtig“ (Vers 8). Auch wenn man das Holz mit Silber, Gold und Purpur ausschmückt, bleibt es das Werk von Menschen und ist „Trug“ (Verse 8.9.14).

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