5. Mose 14,26

5. Mose 14,26

„Und gib das Geld für das aus, was irgend dein Herz begehrt, es sei für Rinder, Schafe, Wein, starkes Getränk oder was sonst deine Seele wünscht, und iss dort vor dem HERRN, deinem Gott, und sei fröhlich, du und dein Haus.“

Der Kontext dieses Verses ist notwendig, um den Gedanken des Schreibers zu verstehen. Aus Vers 22 ist ersichtlich dass er über die Verwendung des zweiten Zehnten spricht. „Du sollst allen Ertrag deiner Saat getreu verzehnten, was auf dem Feld wächst, Jahr für Jahr.“ Der erste Zehnte war bereits ausdrücklich den Leviten zugeteilt worden (4. Mose 18,21.24). Ein Teil des zweiten Zehnten sollte den Fremden und den Witwen gegeben werden (5. Mose 14,29; 26,12-15). Der andere Teil sollte vor dem Herrn verzehrt werden. Dies sollte zwei Jahre lang geschehen; im dritten (und damit auch im sechsten) Jahr sollte dann die Regelung aus V. 28 gelten. Das siebte Jahr war ein Sabbatjahr, in dem das Land unbewirtschaftet blieb. Es wurde kein Zehnte erhoben, da es keine Ernte gab. Das Volk sollte nach 5. Mose 14 hinauf zu dem Ort ziehen, den Gott für Gottesdienste und Feste ausgewählt hatte. In den Versen 24 und 25 durften sie Getreide, Vieh usw. in den entsprechenden Geldbetrag umtauschen, wenn der Weg zu lang war, um Getreide und Herden mit sich zu führen und diesen nach Bedarf am erwählten Ort für beliebige Lebensmittel ausgeben. Sie aßen dort gemeinsam als Familien, in Gemeinschaft vor dem Herrn. Solche Anlässe sollten das religiöse Leben fördern. Es wurden zahlreiche Lektionen gelehrt, wie z. B. gewissenhaftes Spenden für religiöse und praktische Zwecke, Nächstenliebe für die Bedürftigen (siehe 3. Mose 7,15), heilige Gemeinschaft vor dem Herrn, Stärkung der Familienbande usw.

Die Notwendigkeit, die von weither angereisten Gläubigen mit den verschiedenen für das Fest benötigten Artikeln zu versorgen, führte schließlich zur Einrichtung eines Marktes im Tempelbereich in Jerusalem. Eine solche Situation würde eine weltlich gesinnte Priesterschaft bald korrumpieren und zu einer Quelle persönlichen Gewinns machen (siehe Jer. 6:13; 23:11).

Der „Wein“ und das „starke Getränk“, auf die hier Bezug genommen wird, waren beide vergoren. In der Vergangenheit hat Gott oft mit einem „Augenzwinkern“ über die grobe „Unwissenheit“ hinweggesehen, die für Praktiken verantwortlich war, die er niemals gutheißen konnte. Aber schließlich kommt die Zeit, in der Gott in jedem Punkt „allen Menschen überall gebietet, Buße zu tun“ (Apostelgeschichte 17,30). Dann haben diejenigen, die trotz Rat und Warnung an ihren Praktiken festhalten, keinen „Deckmantel für ihre Sünde“ mehr (Johannes 15,22). Bis dahin hatten sie „keine Sünde gehabt“, und Gott hat sie nicht zur Rechenschaft gezogen, obwohl ihre Taten weit hinter dem Ideal zurückblieben. Seine Langmut erstreckt sich auf alle, die „nicht wissen, was sie tun“ (Lukas 23,34). Wie Paulus, der die Gemeinde „unwissend im Unglauben“ verfolgte, können sie Barmherzigkeit erlangen (1. Timotheus 1,13).
In alten Zeiten ließ Gott es z.B. zu, dass die Israeliten Sklaven hatten, aber er schützte die Sklaven vor Ungerechtigkeit (2. Mose 21,16.20). Auch in der christlichen Kirche wurde die Sklaverei nicht sofort abgeschafft, sondern die Herren wurden angewiesen, mit ihren Sklaven freundlich umzugehen (Epheser 6,9; Kolosser 4,1).
In ähnlicher Weise hat Gott niemals die Praxis der Ehescheidung oder das Halten mehrerer Ehefrauen gebilligt. „Von Anfang an war es nicht so“ (Matthäus 19,8). Eine Zeit lang duldete Gott sie und gab Anweisungen, um die Rechte der Frauen zu schützen, das aus diesen Praktiken resultierende Leid zu mildern und die eheliche Beziehung vor grobem Missbrauch zu bewahren (2. Mose 21,7-11; 5. Mose 21,10-17). Einerseits verbot Gott beispielsweise Abraham nicht, sich eine zweite Frau, Hagar, zu nehmen, andererseits schützte er ihn aber auch nicht vor dem Übel, das sich aus einem solchen Vorgehen ergab.
Gott gab Mose Gesetze, die nicht direkt darauf abzielten, die Polygamie abzuschaffen, sondern von ihr abzuraten (3. Mose 18,18; 5. Mose 17,17), die Scheidungspraxis einzuschränken (5. Mose 22,19.29; 24,1) und den Standard des Ehelebens zu erhöhen (2. Mose 20,14.17; 3. Mose 20,10; 5. Mose 22,22). Christus machte deutlich, dass die alttestamentlichen Bestimmungen für eine Mehrzahl von Ehefrauen und für die Ehescheidung nicht ideal waren, sondern vielmehr ein vorübergehendes Mittel, das Gott „wegen der Härte eurer Herzen“ zuließ (Matthäus 19,4-8). Christus wies auf Gottes Ideal für christliche Haushalte hin (Matthäus 19,9), das seit jeher die Monogamie ist (Matthäus 19,4-6; 1. Timotheus 3,2; Titus 1,6). Der Christ braucht in diesen Fragen nicht an Gottes Willen zu zweifeln und hat daher nicht einmal die begrenzte Entschuldigung, die die Menschen in alttestamentlichen Zeiten hatten.
So war es auch mit „Wein“ und „starkem Getränk“. Beides war nicht streng verboten, außer für diejenigen, die mit religiösen Pflichten und auch mit der Rechtspflege befasst waren (3. Mose 10,9; Sprüche 31,4.5). Die Übel des „Weins“ und des „starken Getränks“ wurden deutlich hervorgehoben, das Volk wurde aufgefordert, sich von ihnen fernzuhalten (Sprüche 20,1; 23,29-33), und es wurde ein Fluch über diejenigen ausgesprochen, die andere zum übermäßigen Trinken verleiten würden (Habakuk 2,15). Aber Paulus stellt uns das Ideal vor Augen, indem er erklärt: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Korinther 10,31), und warnt, dass Gott diejenigen verderben wird, die ihren Körper verunreinigen (1. Korinther 3,16.17). Rauschmittel „verunreinigen den Tempel Gottes“, und ihr Gebrauch kann nicht als ein Mittel zur Verherrlichung Gottes angesehen werden (1. Korinther 6,19.20; 10,31). Paulus verzichtete auf alles, was dem Körper schadet (1. Korinther 9,27). Es gibt heute keine Entschuldigung für das Argument, dass der Gebrauch von Rauschmitteln an sich nichts Schlechtes sei, weil Gott sie einst erlaubt habe. Wie bereits erwähnt, hat er einst auch solche Praktiken wie Sklaverei und Polygamie erlaubt. Die Bibel warnt, dass „Trunkenbolde“ das Reich Gottes nicht erben werden (1. Korinther 6,10).

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