Was ist Sünde?

Was ist Sünde?

Die einzige Auslegung der Sünde entnehmen wir dem Worte Gottes: sie ist „Übertretung des Gesetzes“ (1. Johannes 3,4 KJV, NIV), sie ist die Ausübung eines Grundsatzes, der mit dem großen Gesetz der Liebe, das die Grundlage der göttlichen Regierung bildet, in Feindschaft steht und von Natur aus in jedem Menschen steckt. „Wer sündigt, missachtet das Gesetz Gottes, denn Sünde bedeutet immer Auflehnung gegen Gottes Gesetz.“ (1. Johannes 3,4 NL) In manchen Übersetzungen kommt der Gedanke dieses Verses leider nicht so deutlich heraus, jedoch gibt es weitere Texte, welche die Sünde genau definieren und zudem erklären, von welchem übertretenen Gesetz die Rede ist: „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach dem Schriftwort: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«, so handelt ihr recht; wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt. Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. Denn der, welcher gesagt hat: »Du sollst nicht ehebrechen!«, hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten!«Wenn du nun zwar nicht die Ehe brichst, aber tötest, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden. Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen!“  (Jakobus 2,8-12)

Jakobus spricht in seinen Worten beispielhaft von einigen zehn Geboten und definiert Sünde als Übertretung derselben. Die zehn Gebote sind der Maßstab der Gerechtigkeit und die Menschen werden laut dem Apostel einst anhand dieses Maßstabs geprüft und gerichtet.

„Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: ‚Du sollst nicht begehren!‘ Da nahm aber die Sünde einen Anlass durch das Gebot und bewirkte in mir jede Begierde; denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot.“ (Römer 7,7.8) Auch der Apostel Paulus bestätigt im Römerbrief, dass Sünde die Übertretung eines der 10 Gebote darstellt und fügt den Gedanken hinzu, dass die Sünde ohne den Spiegel der zehn Gebote nicht erkannt wird.

Allein durch Jesus, der alle Gebote Gottes personifizierte als er auf Erden lebte, ein vollkommenes Sühnopfer wurde und als Hohepriester vor dem Vater mit seinem Blut vermittelt, können wir die Rechtfertigung vor Gott empfangen, wenn wir uns dem Wirken des Geistes Gottes ausliefern, unsere Sünden bekennen und die rettende Gnade in Jesus für uns beanspruchen: „Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. Denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Römer 3,21-24) Werden die 10 Gebote dadurch ungültig? „Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.“ (Römer 3,31) Durch die Neugeburt aus dem Geist Gottes heraus wird der neue Mensch befähigt ein geistliches Leben zu führen: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war -, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Denn diejenigen, die gemäß [der Wesensart] des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht; diejenigen aber, die gemäß [der Wesensart] des Geistes sind, [trachten] nach dem, was dem Geist entspricht.“ (Römer 8,1-5)