Weitere Lehren vom Säen des Samens

Weitere Lehren vom Säen des Samens

Die Aussaat des Samens und das Wachsen der aus dem Samen hervorsprießenden Pflanze bergen auch noch andere köstliche Lehren für die Familie und die Schule. Man lehre die Kinder und die heranwachsende Jugend das Wirken göttlicher Kraft in natürlichen Dingen zu erkennen. Dann werden sie auch imstande sein, sich im Glauben ungesehene Segnungen anzueignen. Indem sie das wunderbare Wirken Gottes, wie er alle Bedürfnisse seiner großen Familie befriedigt, verstehen lernen, und erkennen, wie sie seine Mitarbeiter sein können, werden sie mehr Glauben in Gott haben und in ihrem täglichen Leben mehr von seiner Kraft erfahren.

Gott hat den Samen ebenso geschaffen wie die Erde, nämlich durch sein Wort; durch dasselbe verlieh er ihm auch die Kraft zu wachsen und sich zu vervielfältigen. Er sagte: „Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage, und habe seinen eigenen Samen bei ihm selbst auf Erden. Und es geschah also … Und Gott sah, dass es gut war.“ 1.Mose 1,11.12. Es ist die Kraft des Wortes, welche immer noch den Samen wachsen macht. Ein jedes Samenkorn, welches seinen grünen Halm zum Sonnenlicht emporsendet, erzählt von der wunderwirkenden Kraft jenes Wortes, das von dem ausgesprochen wurde, von dem die Schrift sagt: „Denn so er spricht, so geschieht‘s; so er gebeut, so stehet‘s da“. Psalm 33,9.

Christus lehrte seine Jünger beten: „Unser täglich Brot gib uns heute“, und auf die Blumen hinzeigend, gab er ihnen die Versicherung: „So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, … sollte er das nicht vielmehr euch tun?“ Matthäus 6,11.30. Christus ist immer bereit, jenes Gebet zu erhören und dies Versprechen zu erfüllen. Eine unsichtbare Macht ist beständig am Wirken, um den Menschen zu dienen, ihn zu speisen und zu bekleiden. Unser Herr wendet viele Mittel an, um das scheinbar weggeworfene Samenkorn zu einer lebenden Pflanze zu machen, auch gibt er im richtigen Verhältnis alles, was erforderlich ist, um die Ernte heranreifen zu lassen, wie der Psalmist es so schön ausdrückt: „Du hast die Erde heimgesucht und überströmt, Reichlich befruchtet mit einem Bach voll Wasser; Du richtest ihr Getreide zu, wenn Du sie also zurichtest, Ihre Furchen tränkend, überschwemmend ihre Schollen; Mit Regengüssen erweichst Du sie, ihre Gewächse segnest Du. Du hast das Jahr gekrönt mit Deiner Güte, Und Deine Fußtapfen triefen von Fett.“ Psalm 65,10-12. Die materielle Welt steht unter dem Befehle Gottes. Die Natur gehorcht den Naturgesetzen. Alles redet und handelt im Einklang mit dem Willen Gottes. Wolken und Sonnenschein, Tau und Regen, Wind und Sturm stehen alle unter seiner Aufsicht und gehorchen seinen Befehlen. Im Gehorsam gegen Gottes Gesetz bricht der Keim des Getreides durch den Erdboden und bringt „zum ersten das Gras, danach die Ähren, danach den vollen Weizen in den Ähren“ hervor. Markus 4,28. Diese entwickelt der Herr alle zu ihrer Zeit, weil sie seinem Wirken nicht widerstehen. Sollte da der Mensch, der nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen, der mit Verstand und Sprache ausgestattet ist, allein Gottes Gaben nicht würdigen und seinem Willen ungehorsam sein? Sollen mit Vernunft begabte Wesen allein Verwirrung in unserer Welt verursachen?

In allem, was zur Erhaltung des Menschen beiträgt, kann man das Zusammenwirken göttlicher und menschlicher Bestrebungen sehen. Es kann keine Ernte geben, wenn nicht menschliches Schaffen seinen Teil im Säen des Samens tut; auch kann sich das Samenkorn nicht vervielfältigen ohne die Mittel, welche Gott vorsieht, indem er Sonnenschein und Regen, Tau und Wolken gibt. So verhält es sich auch in jedem Geschäftszweig, in allen Fächern des Lernens und der Wissenschaft; derselbe Vorgang spielt sich auch in geistlichen Dingen ab, in der Bildung des Charakters und in einem jeden Zweig christlichen Wirkens. Wir müssen das unsrige tun, aber die Kraft der Gottheit muss sich mit uns vereinen, sonst werden unsere Bestrebungen vergeblich sein.

Wenn der Mensch irgendetwas zustande bringt oder erreicht, sei es im Geistlichen oder im Irdischen, so sollte er bedenken, dass dies nur durch das Mitwirken seines Schöpfers geschieht. Für uns ist es äußerst wichtig, unsere Abhängigkeit von Gott zu erkennen. Wir setzen zuviel Vertrauen in Menschen und verlassen uns zuviel auf menschliche Erfindungen, während wir zu wenig der Kraft vertrauen, die Gott uns so bereitwillig geben will. „Wir sind Gottes Mitarbeiter.“ 1.Korinther 3,9. Unvergleichlich klein ist der Anteil des Menschen am Werke, aber mit der Göttlichkeit Christi verbunden, vermag der Mensch alles durch die Kraft, welche Christus ihm mitteilt.

Die Art und Weise, wie die Pflanze sich allmählich aus dem Samenkorn entwickelt, bietet einen guten Anschauungsunterricht in der Erziehung der Kinder. Man hat „zum ersten das Gras, danach die Ähren, danach den vollen Weizen in den Ähren“. Der Urheber dieses Gleichnisses schuf das winzige Samenkorn, verlieh ihm das ihm innewohnende Leben und verordnete die Gesetze, welchen sein Wachstum unterworfen ist, und die durch dieses Gleichnis gelehrten Wahrheiten wurden in seinem eigenen Leben zu einer lebendigen Wirklichkeit. Er folgte sowohl in seiner leiblichen, wie auch in seiner geistlichen Natur der durch die Pflanze veranschaulichten göttlichen Ordnung des Wachstums und wünscht, dass alle Jünglinge und Jungfrauen das Gleiche tun sollen. Obgleich er die Majestät des Himmels, der König der Herrlichkeit war, wurde er in Bethlehem ein kleines Kind und eine Zeitlang dem auf die Fürsorge seiner Mutter angewiesenen hilflosen Säugling gleich. In seiner Kindheit betrug er sich wie ein gehorsames Kind, sprach und handelte mit der Weisheit eines Kindes und nicht eines Mannes, ehrte seine Eltern und erfüllte in hilfreicher Weise der Fähigkeit eines Kindes gemäß ihre Wünsche. Aber in jeder Stufe seiner Entwicklung war er vollkommen, in einfacher, natürlicher Würde eines sündenlosen Lebens. Der heilige Bericht sagt von seiner Kindheit: „Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm.“ Und von seinen späteren Jahren wird gesagt: „Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.“ Lukas 2,40.52.

Hier wird die Aufgabe der Eltern und Lehrer angedeutet. Ihr Bestreben sollte darauf hinzielen, die Neigungen der heranwachsenden Jugend so zu leiten, dass sie in jeder Stufe ihres Lebens die zeitgemäße, natürliche Schönheit entfaltet und sich wie die Pflanzen im Garten natürlich entwickelt. Kinder, welche ein natürliches, unbefangenes und ungekünsteltes Wesen haben, sind die anziehendsten. Es ist nicht weise, ihnen besondere Beachtung zu schenken und ihre klugen Redensarten vor ihnen zu wiederholen; sie sollten nicht eitel gemacht werden durch das Loben ihres Aussehens, ihrer Worte oder ihrer Handlungen, auch sollten sie nicht in kostspieliger, Aufsehen erregender Weise gekleidet werden. Dies alles ermutigt den Stolz in ihnen und erweckt Neid in den Herzen ihrer Spielgefährten. Die Kleinen sollten in kindlicher Einfachheit erzogen werden, und zwar so, dass die mancherlei kleinen Pflichten, Vergnügungen und Erfahrungen in ihrem Alter natürlich sind und sie befriedigen. Die Kindheit entspricht dem Gras im Gleichnis, und das Gras hat eine ihm eigentümliche Schönheit. Man sollte den Kindern keine frühzeitige Reife aufzwingen, sondern ihnen solange wie möglich die Frische und Anmut ihrer Kindheit erhalten. Die kleinen Kinder können auch schon Christen sein und haben als solche eine mit ihren Jahren im Einklang stehende Erfahrung. Mehr erwartet Gott nicht von ihnen. Sie müssen über geistliche Dinge belehrt werden und die Eltern sollten ihnen jede mögliche Gelegenheit gewähren, ihre Charaktere so auszubilden, dass sie dem Charakter Christi ähnlich werden.

In den Gesetzen Gottes in der Natur erfolgt die Wirkung der Ursache mit unfehlbarer Sicherheit. Die Ernte wird bezeugen, wie gesät worden ist. Der träge Arbeiter wird durch seine Arbeit gekennzeichnet; die Ernte zeugt gegen ihn. So ist es auch in geistlichen Dingen; die Treue eines jeden Arbeiters wird an den Ergebnissen seiner Arbeit erkannt. Die Art und Weise seiner Arbeit, ob er fleißig oder träge gewesen ist, wird durch die Ernte offenbar, und auf diese Weise wird sein Schicksal für die Ewigkeit entschieden.

Ein jedes gesäte Samenkorn bringt eine Ernte nach seiner Art hervor. So ist es auch im menschlichen Leben. Wir alle sollten den Samen des Mitleids, der innigen Teilnahme und der Liebe säen, denn wir werden ernten, was wir säen. Jede Tat der Selbstsucht, der Eigenliebe und Selbstschätzung, eine jede Handlung der Selbstbefriedigung wird eine ihr entsprechende Ernte hervorbringen. Ein Mensch, der für das eigene Ich lebt, sät auf sein Fleisch und wird vom Fleisch das Verderben ernten.

Gott vernichtet keinen Menschen. Ein jeder, der zugrunde gehen wird, vernichtet sich selbst. Ein jeder, der die Mahnungen seines Gewissen erstickt, sät den Samen des Unglaubens, und derselbe wird eine sichere Ernte bringen. Als Pharao vor alters die erste ihm von Gott gegebene Warnung verwarf, säte er den Samen der Halsstarrigkeit, und er erntete Halsstarrigkeit. Gott zwang ihn nicht zum Unglauben. Der Same des Unglaubens, den er säte, brachte eine Ernte nach seiner Art hervor. In dieser Weise fuhr er in seiner Halsstarrigkeit fort, bis er auf sein verwüstetes Land, auf die kalte, tote Gestalt seines Erstgebornen und der Erstgebornen

aller, die in seinem Hause waren, und aller Familien seines Reiches blickte, bis die Wasser des Meeres sich über seinen Pferden, seinen Wagen und seinen Kriegsleuten zusammenschlossen. Seine Geschichte veranschaulicht in furchtbarer Weise die Wahrheit der Worte: „Was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Galater 6,7. Würden die Menschen dies erkennen, dann würden sie sorgfältiger darauf achten, was für Samen sie säen.

Da der gesäte Same eine Ernte hervorbringt und der eingeerntete Same wiederum gesät wird, so wird die Ernte vervielfältigt. Dieses Gesetz gilt auch in unserer Beziehung zu anderen. Eine jede Handlung, ein jedes Wort ist ein Same, der Frucht bringen wird. Eine jede Handlung der dienenden Liebe, des Gehorsams oder der Selbstverleugnung erzeugt in anderen eine ähnliche Handlungsweise und durch sie wiederum in noch anderen. Gleicherweise ist auch eine jede, aus Neid, Bosheit oder Zwietracht hervorgehende Tat ein Same, der als „eine bittere Wurzel“ (Hebräer 12,15) aufwächst, wodurch viele verunreinigt werden. Und eine wieviel größere Anzahl von Menschen werden diese „Vielen“ vergiften! Auf diese Weise geht das Säen des Guten und des Bösen für Zeit und Ewigkeit vor sich.

Im Gleichnis vom Säen des Samens wird uns Freigebigkeit in geistlichen und irdischen Dingen gelehrt. Der Herr sagt: „Wohl euch, die ihr sät allenthalben an den Wassern.“ „Ich meine aber das: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ Jesaja 32,20; 2.Korinther 9,6. Allenthalben an den Wassern zu säen, bedeutet, beständig von den Gaben Gottes mitzuteilen. Es bedeutet zu geben, wo das Werk Gottes oder die Menschen unserer Hilfe bedürfen. Dadurch werden wir nicht in Armut geraten. „Wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ Der Sämann vervielfältigt seinen Samen, indem er ihn fortwirft. So ist es auch mit denen, die im Austeilen der Gaben Gottes treu sind. Dadurch, dass sie treu sind im Mitteilen, werden ihre Segnungen vermehrt. Gott hat ihnen die Fülle verheißen, so dass sie beständig geben können. „Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überschüssig Maß wird man in euren Schoß geben.“ Lukas 6,38.

Im Säen und Ernten ist aber noch mehr als dies eingeschlossen. Indem wir die von Gott gegebenen irdischen Segnungen mitteilen, erweckt der Beweis unserer Liebe und unseres Mitgefühls in dem Empfänger Dankbarkeit zu Gott; der Boden seines Herzens wird vorbereitet, um den Samen geistlicher Wahrheit aufzunehmen, und er, der dem Sämann den Samen gibt, wird auch letzteren zum Keimen bringen, damit er Frucht trage zum ewigen Leben.

Durch das Ausstreuen des Samens auf das Erdreich stellt Christus sein eigenes, zu unserer Erlösung dargebrachtes Opfer dar. „Es sei denn, dass das Weizenkorn in die Erde falle und stirbt,“ sagt er, „so bleibt‘s allein; wo es aber stirbt, so bringt‘s viel Früchte.“ Johannes 12,24. So trägt auch der Tod Christi Frucht für das Reich Gottes. Im Einklang mit den Gesetzen, denen das Pflanzenreich unterworfen ist, ist auch das Ergebnis seines Todes Leben.

Alle, die als Mitarbeiter Christi Frucht bringen wollen, müssen erst in die Erde fallen und sterben; ihr Leben muss in die Furchen der Bedürfnisse dieser Welt geworfen werden; alle Eigenliebe, alles eigene Interesse muss aufhören. Das Gesetz der Selbstaufopferung aber ist das Gesetz der Selbsterhaltung. Der in der Erde begrabene Same bringt Früchte, und diese, wiederum gepflanzt, vervielfältigen die Ernte. Der Landmann bewahrt sein Getreide, indem er es fortwirft. So ist es auch im menschlichen Leben: Geben bedeutet Leben. Das Leben, welches erhalten wird, ist das Leben, welches man freiwillig dem Dienste Gottes und der Menschheit weiht. Wer um Christi willen sein Leben in dieser Welt opfert, wird es für die Ewigkeit bewahren.

Der Same erstirbt, um zu einem neuen Leben aufzuerstehen, und hierin wird uns die Auferstehung vorgebildet. Alle, die Gott lieben, werden wiederum im himmlischen Paradiese leben. Von dem menschlichen Leibe, der in das Grab gelegt wird, um zu verwesen, hat Gott gesagt: „Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft.“ 1.Korinther 15,42.43.

Dies sind einige der vielen Lehren aus dem der Natur entnommenen herrlichen Gleichnis vom Sämann und Samen. Indem Eltern und Lehrer diese Lehre zu erteilen versuchen, sollten sie dieselbe in praktischer Weise veranschaulichen. Die Kinder können selbst den Erdboden bereiten und den Samen säen, und während sie arbeiten, kann Vater, Mutter oder Lehrer eine Erklärung über den Herzensgarten mit dem dort gesäten guten oder schlechten Samen geben und zeigen, dass, sowie der Garten für die Aufnahme des natürlichen Samens vorbereitet werden muss, so muss auch das Herz für die Aufnahme des Samens der Wahrheit zubereitet werden. Während der Same in die Erde gestreut wird, können sie die Kinder über den Tod Christi belehren, und wenn sich das Gras oder der Halm zeigt, ihnen die Auferstehung erklären. Während die Pflanzen wachsen, kann die Ähnlichkeit zwischen dem natürlichen und dem geistlichen Säen gezeigt werden.

Die reifere Jugend sollte in ähnlicher Weise unterwiesen werden. Man sollte sie lehren, das Erdreich zu bestellen. Es wäre gut, wenn eine jede Schule etwas Land zur Bearbeitung hätte. Solche Ländereien könnten als Schulzimmer unseres Gottes betrachtet werden. Man sollte auf die Dinge der Natur blicken, wie auf ein Lektionsbuch, welches Gotteskinder studieren und aus welchem sie Erkenntnis zur Veredlung der Seele schöpfen sollen. Man kann auch aus der Bearbeitung des Bodens fortwährend Neues lernen, wie man das Land urbar und untertänig macht. Niemand, der sich auf einem ganz unkultivierten Stück Land ansässig macht, würde sofort eine Ernte erwarten. Es erfordert ernste, fleißige und andauernde Arbeit, um das Erdreich auf die Aussaat vorzubereiten. So ist es auch mit der geistlichen Arbeit am menschlichen Herzen. Wer durch die Bearbeitung des Bodens Nutzen erzielen will, muss mit dem Worte Gottes in seinem Herzen hinausgehen; dann wird er finden, dass der brachliegende Acker des Herzens durch den erweichenden Einfluss des Heiligen Geistes, der sich ihm untertänig macht, gebrochen wird. Wenn nicht schwere Arbeit auf die Zubereitung des Erdbodens verwandt wird, so wird es keine Ernte geben. So ist es auch mit dem Boden des Herzens; der Geist Gottes muss denselben bearbeiten, ihn läutern und unterwürfig machen, ehe er Frucht bringen kann zur Ehre Gottes. Das Erdreich wird seine Reichtümer nicht hervorbringen, wenn man nur dem eigenen Antriebe folgend daran arbeitet; es bedarf wohl überlegter täglicher Aufmerksamkeit. Es muss oft und tief gepflügt werden, um es vom Unkraut, welches dem Samen die Nahrung rauben würde, frei zu halten. Auf diese Weise bereiten die, welche pflügen und säen, die Ernte vor und brauchen nicht mit gescheiterten Hoffnungen auf ihrem Felde zu stehen.

Der Segen des Herrn wird auf denen ruhen, die das Land in solcher Weise bearbeiten und geistliche Lehren aus der Natur ziehen. Der Arbeiter weiß bei der Bearbeitung des Bodens nicht, welche Schätze seiner warten. Obgleich er die Unterweisung anderer, die langjährige Erfahrung haben und die Belehrung verständiger Männer nicht verachten soll, sollte er doch selbst lernen. Dies ist ein Teil seiner Erziehung. Die Bearbeitung des Bodens wird sich als ein Bildungs- und Erziehungsmittel für die Seele erweisen. Er, der den Samen aufgehen lässt, der Tag und Nacht seiner achtet, der ihm die Kraft gibt, sich zu entwickeln, ist auch unser Schöpfer, der König des Himmels, der noch größere Fürsorge für seine Kinder hat und ihnen noch größeres Interesse angedeihen lässt. Während der menschliche Sämann den Samen pflanzt, um unser irdisches Leben zu erhalten, wird der göttliche Sämann den Samen, welcher Frucht bringt für das ewige Leben, in die Seele pflanzen.

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