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Die Krankenpflege

Alle, die mit dem Krankendienst zu tun haben, sollten verstehen, wie wichtig es ist, die Gesundheitsgesetze sorgfältig zu beachten. Nirgends ist Gehorsam gegen diese Gesetze wesentlicher als in dem Krankenzimmer, nirgends hängt soviel von der Treue in kleinen Dingen auf seiten der Pfleger ab als hier. In Fällen von ernster Krankheit kann eine kleine Vernachlässigung, eine leichte Unachtsamkeit gegen die besonderen Bedürfnisse oder Gefahren eines Patienten, das Bekunden von Furcht, Aufregung oder Verdrießlichkeit, ja selbst ein Mangel an Teilnahme die Waagschale wenden, welche zwischen Leben und Tod schwankt und einen Patienten in das Grab bringen, der sonst hätte genesen können. Die Tüchtigkeit der Pflege hängt in hohem Grade von der körperlichen Kraft dessen ab, der sie ausübt. Je besser die Gesundheit der Pfleger, desto besser werden sie imstande sein, die Anstrengung der Krankenwartung zu ertragen und desto erfolgreicher werden sie ihre Pflichten erfüllen. Wer Kranke pflegt, sollte der Diät, der Reinlichkeit, frischer Luft und Heilgymnastik besondere Aufmerksamkeit schenken. Die gleiche Sorgfalt auf Seiten der Familie wird dieselbe ebenfalls in den Stand setzen, die ihnen extra auferlegten Lasten zu tragen und wird sie davor bewahren, selbst zu erkranken.  Wenn die Krankheit ernstlich ist und die Aufmerksamkeit einer Pflegerin Tag und Nacht beansprucht, sollte die Arbeit wenigstens unter zwei tüchtige Pflegerinnen geteilt sein, so dass eine jede Gelegenheit zur Ruhe und zur Bewegung in der frischen Luft hat. Dies ist besonders wichtig in Fällen, wo es schwer ist, reichlich frische Luft im Krankenzimmer zu haben. Manchmal wird gute Lüftung aus Unwissenheit über die Wichtigkeit frischer Luft unterlassen und das Leben des Patienten und des Pflegepersonals werden oft gefährdet. Wenn die nötige Vorsicht beobachtet wird, werden selbst ansteckende Krankheiten sich nicht leicht auf andere übertragen. Man sollte richtige Gewohnheiten pflegen und durch Reinlichkeit und gute Ventilation das Krankenzimmer von giftigen Elementen frei halten. Unter solchen Verhältnissen werden die Kranken viel leichter genesen, und in den meisten Fällen werden weder die Krankenpfleger noch die übrigen Familienglieder sich die Krankheit zuziehen.  
 
Sonnenlicht, Ventilation und Temperatur

Um dem Patienten die günstigsten Bedingungen zur Genesung zu gewähren, sollte das von ihm bewohnte Zimmer groß, hell und freundlich sein, wo reichlicher Sonnenschein vorhanden und gute Luft stets gesichert werden kann. Als Krankenzimmer sollte das Zimmer im Hause gewählt werden, welches am besten diesen Forderungen entspricht. Viele Häuser haben keine besondere Vorkehrung für richtige Ventilation und es ist schwierig, dieselbe herzustellen; aber man sollte sich die größte Mühe geben, das Krankenzimmer so anzuordnen, dass Tag und Nacht ein frischer Luftzug hindurchgehen kann. So weit als möglich sollte in dem Krankenzimmer eine gleichmäßige Temperatur herrschen. Man sollte das Thermometer dabei zu Rate ziehen. Diejenigen, welchen die Sorge für die Kranken obliegt, neigen leicht zum Frösteln, da sie oft des Schlafes beraubt oder in der Nacht aufgeweckt werden, um nach dem Patienten zu sehen; sie sind darum keine guten Beurteiler einer gesunden Temperatur.  
 
Diät 

Sorgfältig auf die Diät des Patienten zu achten, ist ein wichtiger Teil der Pflichten, welche bei der Pflege zu beachten sind. Der Kranke sollte nicht durch mangelhafte Ernährung leiden oder unnötig geschwächt werden. Man sollte sich Mühe geben, die Speisen so zuzubereiten und aufzutragen, dass sie schmackhaft sind, aber auch weise sein, dieselben den Bedürfnissen des Patienten anzupassen, sowohl nach Menge wie nach Güte. Besonders in Zeiten der Genesung, wenn der Appetit gut ist, ehe die Verdauungsorgane ihre Kraft wiedererlangt haben, ist große Gefahr, durch Fehler in der Diät zu schaden.  
 
Pflichten der Pfleger 

Alle, die Pflegen und mit dem Krankenzimmer in Berührung kommen, sollten freundlich und sanft sein und Selbstbeherrschung besitzen. Alle Eile, Aufregung und Verwirrung sollte vermieden werden. Türen sollten vorsichtig geöffnet und geschlossen werden und im ganzen Haushalte sollte möglichste Stille herrschen. In Fällen von Fieber ist besondere Vorsicht erforderlich, wenn die Krisis eintritt und das Fieber weicht. Dann ist oft beständige Aufsicht nötig. Unwissenheit, Vergesslichkeit und Nachlässigkeit haben den Tod vieler verursacht, die länger gelebt hätten, wenn sie richtige Pflege von verständigen, achtsamen Pflegern genossen hätten.  
 
Krankenbesuche

Es ist missverstandene Freundlichkeit, ein falscher Begriff von Höflichkeit, der dazu veranlasst, Kranke viel zu besuchen. Schwerkranke sollten nicht besucht werden. Die mit dem Besuch verbundene Aufregung schwächt den Patienten gerade, wenn er stille, ungestörte Ruhe am nötigsten hat. Für einen Genesenden oder einen Patienten, der an einer chronischen Krankheit leidet, ist es oft eine Freude und ein Segen, zu wissen, dass man sich freundlich seiner erinnert; aber diese Versicherung, die man durch einige teilnehmende Zeilen oder eine kleine Gabe übermittelt, werden oft besser ihren Zweck erfüllen als ein persönlicher Besuch und es ist keine Gefahr dabei, dass sie schaden.  
 
Anstaltspflege 

In Sanatorien oder Hospitälern, wo die Pfleger beständig eine große Anzahl Kranker zu versorgen haben, erfordert es eine entschiedene Anstrengung, stets fröhlich und freundlich zu sein und in jedem Wort und jeder Handlung sorgfältige Überlegung zu offenbaren. In diesen Anstalten ist es von der größten Wichtigkeit, dass die Pfleger danach streben, ihre Arbeit gut und weise zu verrichten. Sie müssen stets daran gedenken, dass sie in der Erfüllung ihrer täglichen Pflichten dem Herrn Jesu dienen. Die Kranken bedürfen, dass man verständig mit ihnen spricht. Krankenpfleger sollten täglich die Bibel studieren, damit sie imstande sind, Worte zu reden, welche die Leidenden aufrichten und ihnen helfen. Engel Gottes weilen in den Zimmern, wo man diesen Leidenden dient, und die Atmosphäre, welche die Seele dessen umgibt, der die Kranken behandelt, sollte rein und voller Wohlgeruch sein. Ärzte und Pfleger müssen die Grundsätze Christi vertreten. In ihrem Leben soll man seine Tugenden sehen. Dann werden sie durch ihr Handeln und Reden die Kranken zu dem Heiland ziehen. Der Christ, welcher sich der Krankenpflege geweiht hat, wird, während er Behandlung zur Wiederherstellung der Gesundheit gibt, freundlich und erfolgreich die Gedanken des Patienten auf Christum lenken, der sowohl die Seele wie den Leib heilen kann. Die vorgeführten Gedanken, hier ein wenig und da ein wenig, werden ihren Einfluss ausüben. Die älteren Pfleger sollten keine günstige Gelegenheit versäumen, die Aufmerksamkeit der Kranken auf Christum zu lenken. Sie sollten stets bereit sein, geistige Heilung mit körperlicher Heilung zu verbinden. In freundlichster und zartester Weise sollten die Pfleger darauf hinweisen, dass derjenige, der geheilt werden will, aufhören muss, das Gesetz Gottes zu übertreten. Er muss aufhören, ein Leben der Sünde zu erwählen. Gott kann den nicht segnen, der fortfährt, absichtlich die Gesetze des Himmels zu übertreten und sich dadurch Krankheit und Leiden zuzieht. Aber Christus kommt als eine heilende Kraft durch den heiligen Geist zu solchen, die aufhören, Böses zu tun und lernen, Gutes zu üben.  

Seelen, die Gott nicht lieben, werden beständig den besten Interessen von Leib und Seele entgegenarbeiten. Diejenigen aber, welche die Wichtigkeit erkannt haben, in dieser gegenwärtigen argen Welt in Gehorsam gegen Gott zu leben, werden bereit sein, jede schlechte Gewohnheit aufzugeben. Dankbarkeit und Liebe wird ihre Herzen erfüllen; sie wissen, dass Christus ihr Freund ist. In vielen Fällen bedeutet die Wirklichkeit, dass sie einen solchen Freund haben, für die Leidenden in ihrer Genesung von Krankheit weit mehr, als die beste Behandlung, die man ihnen geben könnte. Aber beide Zweige des Dienstes sind wesentlich, sie müssen Hand in Hand gehen.  

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