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Wahre und Falsche Erweckungen

Wo jemals das Wort Gottes gewissenhaft gepredigt wurde, zeigten sich Früchte, die seinen göttlichen Ursprung bezeugten. Der Geist Gottes begleitete die Botschaft seiner Diener, und das Wort wirkte mächtig. Sünder fühlten ihr Gewissen ergriffen. Das "Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen," erhellte das Innerste ihrer Seelen, und die verborgenen Dinge der Finsternis wurden offenbar. Sie zeigten sich von der Sünde, der Gerechtigkeit und dem kommenden Gericht überzeugt; ihre Gemüter und Herzen waren davon ergriffen. Sie hatten einen Begriff von der Gerechtigkeit des Herrn und erschraken bei dem Gedanken, in ihrer Schuld und Unreinigkeit vor dem Herzenskündiger zu erscheinen. In der Angst ihrer Seele riefen sie aus: "Wer wird mich erlösen von diesem Leibe des Todes?" (Röm.7,24) Als das Kreuz auf Golgatha mit seinem unermesslichen Opfer für die Sünden der Menschheit offenbar wurde, sahen sie, dass nichts anderes als die Verdienste Christi genügen könnten, ihre Übertretungen zu sühnen; nur sie allein konnten den Menschen wieder mit Gott versöhnen. In Glauben und in Demut nahmen sie das Lamm Gottes an, das der Welt Sünde trägt. Durch Jesu Blut hatten sie Vergebung ihrer Sünden erlangt.
Diese Seelen brachten rechtschaffene Früchte der Buße. Sie glaubten, ließen sich taufen und standen auf zu einem neuen Leben, zu neuen Kreaturen in Jesus Christus, nicht etwa um nach ihren früheren Lüsten zu wandeln, sondern um durch den Glauben an den Sohn Gottes seinen Fußspuren zu folgen, seinen Charakter widerzustrahlen und sich zu reinigen, gleichwie er rein ist. (Mt. 3, 8; Röm. 6; Eph. 4, 22 - 24; 1. Petr. 2, 21; 1. Joh. 3, 3) Was sie einst gehasst hatten, liebten sie nun und was ihnen einst angenehm war, verabscheuten sie jetzt. Die Hochmütigen und Rechthaberischen wurden demütig und sanftmütig, die Eitlen und Anmaßenden bescheiden und zurückhaltend, die Lästerer ehrfurchtsvoll, die Säufer nüchtern und die Lasterhaften tugendhaft. Die eitlen Moden der Welt wurden abgelegt. Christen suchten nicht den äußerlichen Schmuck "wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider". Ihre Zierde war "der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes; das ist köstlich vor Gott." (1. Petr. 3, 3. 4.)

Erweckungen führten zu gründlicher Selbstprüfung und Demut. Sie waren durch feierliche, ernste Aufrufe an die Sünder und inniges Erbarmen mit denen, die durch Christi Blut erkauft worden waren, gekennzeichnet. Männer und Frauen beteten und rangen mit Gott um die Errettung von Seelen. Die Früchte solcher Erweckungen waren Menschen, die nicht zurückschreckten vor Selbstverleugnung und Opfer, sondern sich freuten, würdig erfunden zu sein, um Christi willen Schmach und Anfechtungen zu erleiden. Man nahm eine Wandlung im Leben derer wahr, die den Namen Jesu bekannt hatten. Ihr Einfluss belebte die Gemeinde. Sie sammelten mit Christus und säten auf den Geist, um das ewige Leben zu ernten.
Man konnte von ihnen sagen: "Daß ihr betrübt seid worden zur Reue. ... Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod. Siehe: eben dies, daß ihr betrübt worden seid nach Gottes Willen, welchen Fleiß hat das in euch gewirkt, dazu Verantwortung, Unwillen, Furcht, Verlangen, Eifer, Bestrafung! Ihr habt in allen Stücken bewiesen, daß ihr rein seid in dieser Sache." (2. Kor. 7, 9-11.)
So wirkt der Geist Gottes. Der Beweis wahrer Reue ist eine Erneuerung unseres Wesens. Wenn der Sünder sein Gelübde erfüllt, zurückgibt, was er geraubt hat, seine Sünden bekennt und Gott und seine Mitmenschen liebt, dann darf er versichert sein, dass er Frieden mit Gott gefunden hat. Derart waren die Wirkungen, die in früheren Jahren den Zeiten religiöser Erweckung folgten. Indem man nach ihren Früchten urteilte, erkannte man, dass der Herr sie in der Errettung von Seelen und der Erhebung der Menschheit segnete.



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