Google+
Startseite Artikel Das Gesetz, der Sabbat und der Sonntag Der Sabbat und das mosaische Gesetz
22 Gründe für die Sonntagsfeier

Der Sabbat und das mosaische Gesetz

Wer hat den Kindern Israel die Zehn Gebote gegeben? Wann und auf welche Weise wurden sie dem Volk mitgeteilt? Wer schrieb das vierte Gebot, wie auch die anderen neun? War es Mose? Die Bibel beantwortet alle diese Fragen.
Der Herr sprach zu Mose: ".. daß ich dir gebe die steinernen Tafeln, Gesetz und Gebot die ich geschrieben habe!" (2. Mose 24,12) In 2. Mose 31,18 heißt es: ".. gab er [Gott] ihm [Mose] die beiden Tafeln des Gesetzes die waren aus Stein und beschrieben von dem Finger Gottes!" Gott schrieb also persönlich die Gebote auf steinerne Tafeln. In 2. Mose 32,16 lesen wir: "Gott hatte sie [die Tafeln] selbst gemacht und selber die Schrift eingegraben!"
Lässt das noch Fragen über den Urheber der Zehn Gebote offen? Die Zehn Gebote sind Gottes ureigenste Offenbarung, ein Ausdruck seines heiligen Wesens und Willens. Sie entstammen nicht einer Idee des Mose. Darum schrieb Gott sie selbst zum Zeugnis nieder.

Jahre später erinnerte Mose sein Volk an die Gesetzgebung: "Der Herr redete mit euch mitten aus dem Feuer. Seine Worte hörtet ihr, aber ihr saht keine Gestalt nur eine Stimme war da. Und er verkündigte euch seinen Bund ... nämlich die Zehn Worte, und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln!" (5. Mose 4,12.13)
Gott erschien auf dem Berg Sinai im Feuer und verkündete die Gebote. Was hätte Gott noch mehr tun können, um deutlich zu machen, dass das Gesetz von ihm stammt und von uns beachtet werden muss? Gott schrieb das Sittengesetz auf dauerhaften Stein und brachte damit symbolisch den unveränderlichen und ewigen Charakter seines Willens zum Ausdruck. Im Sittengesetz der Zehn Gebote hat Gott auch den Sabbat, den siebenten Tag der Woche, zu einem gesegneten und heiligen Tag gesetzt und ihn den Menschen als Ruhetag geschenkt und geboten. Das Sabbatgebot wird von allen Geboten am ausführlichsten beschrieben. Es ist das längste Gebot und bezeugt den Gesetzgeber als Schöpfer des Himmels und der Erde. Die Zehn Gebote sind nicht einem bestimmten Volk gegeben, sondern stellen Gottes Willen für alle Menschen dar.
Nach Gottes Anordnung sollte sein heiliges Gesetz in einer goldenen Lade aufbewahrt werden, die einen mit Cherubim (Thronengel Gottes) versehenen Deckel besaß, der den Namen "Gnadenstuhl erhielt. Wir lesen darüber in 2. Mose 25: "Macht eine Lade aus Akazienholz ... Du sollst sie mit feinem Gold überziehen innen und außen ... und du sollst in die Lade das Gesetz legen, das ich dir geben werde. Du sollst auch einen Gnadenthron machen aus feinem Golde .... und du sollst zwei Cherubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones ... und du sollst den Gnadenthron oben auf die Lade tun und in die Lade das Gesetz legen, das ich dir geben werde. Dort will ich dir begegnen ..."
Diese Lade wurde auch Bundeslade genannt. Sie versinnbildlichte den Thron Gottes und die Stätte göttlicher Rechtsprechung und Offenbarung. Der Apostel Johannes schaute das Vorbild dieser Lade im himmlischen Tempel. "Und der Tempel Gottes im Himmel ward aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar!" (Offenbarung 11,19)

Neben diesem Sittengesetz, das Gott selbst schrieb und in dem das Sabbatgebot fest verankert ist, steht das Zeremonialgesetz, das Mose in ein Buch schrieb. In 5.Mose 31,24-26 wird darüber folgendes berichtet: "Als nun Mose damit fertig war, die Worte dieses Gesetzes vollständig in ein Buch zu schreiben, gebot er den Leviten die die Lade des Bundes des Herrn trugen, und sprach: Nehmt das Buch dieses Gesetzes und legt es neben die Lade des Bundes des Herrn, eures Gottes, daß es dort ein Zeuge sei wider dich!"
Es fällt auf, dass dieses Gesetz nicht denselben Aufbewahrungsort wie die Zehn Gebote erhielt. Es wurde nicht in die Lade, sondern nur neben die Lade gelegt. Die genaue Anordnung über den unterschiedlichen Aufbewahrungsort der verschiedenen Gesetze macht deutlich, welch ein Unterschied zwischen dem Mosaischen Gesetz und dem Sittengesetz Gottes besteht.
Was für Gesetze hatte Mose in ein Buch geschrieben? 2.Chronik 35,12 sagt: "Und die Brandopfer sonderten sie ab ... wie es geschrieben steht im Buch des Mose."
Jenes auf eine Schriftrolle geschriebene Gesetz war das Zeremonialgesetz oder auch Opfergesetz, das auf das Kreuz von Golgatha hinwies. Das Moralgesetz Gottes deckt die Sünde auf. Das Zeremonialgesetz sagte den Menschen, was sie tun sollten, wenn sie das Gesetz der Zehn Gebote übertreten hatten. Als Ausdruck der Buße konnten sie Opfer darbringen und im Glauben auf das große Opfer, das eines Tages gebracht werden sollte, schauen. Diese Aufgabe erfüllt heute das Evangelium, das den bekennenden Sünder zu Christus, dem Lamm Gottes, führt. Das Zeremonialgesetz hat Christus durch sein eigenes Opfer erfüllt und abgelöst. Die Zehn Gebote hat er durch ein gehorsames Leben geheiligt und erhöht. Am Kreuz wurde von Christus nicht der im Sittengesetz verankerte Sabbat sondern die Sünde, die Übertretung des Gesetzes, überwunden.

Zum Zeremonial- und Opfergesetz gehörten auch bestimmte Feiertage und Ruhetage, die Sabbate genannt wurden, weil an ihnen keine Arbeit verrichtet werden durfte. Diese zeremoniell bedingten Sabbate meinte der Apostel Paulus, wenn er den Christen im Kolosserbrief schrieb: "So laßt euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus!" (Kolosser 2,16.17)
In 3. Mose 23 werden einige dieser Schattensabbate namentlich genannt. Auffallend ist, dass diese kultisch bedingten Sabbate, die häufig nicht auf einen Wochensabbat fielen, deutlich vom Sabbat des Herrn unterschieden wurden. So heißt es zum Beispiel vom Sabbat des Versöhnungsfestes: "Es ist euer großer Sabbat" (3. Mose 23,32 Bruns). In der Zusammenfassung des jüdischen Festkalenders wird der Sabbat des Herrn neben den einzelnen Festtagen besonders genannt und hervorgehoben. "Das sind die Feste des Herrn, die ihr als heilige Versammlungen ausrufen sollt, um dem Herrn Feueropfer darzubringen: Brandopfer, Speisopfer, Schlachtopfer und Trankopfer, ein jedes an seinem Tage, abgesehen von den Sabbaten des Herrn und euren andern Gaben und Gelübden und freiwilligen Gaben, die ihr dem Henn gebt!” (3. Mose 23,37.38)
Die von Paulus im Kolosserbrief erwähnten Sabbate sollten ein "Schatten" (Hinweis) auf die in Christus verwirklichten Heilsgüter sein. In keinem Falle spricht der Apostel an dieser Stelle von dem im Sittengesetz gebotenen Sabbat denn nirgends wird dem wöchentlichen Ruhetag ein auf Christus hinweisender Sinn gegeben. Er war ja ein Erinnerungszeichen an die Schöpfung. Nur die Festsabbate des jüdischen Opferjahres entsprachen der von Paulus gegebenen Charakterisierung und waren "ein Schatten von dem, was zukünftig mein soll". Der Apostel Paulus war überzeugt, dass die zum Opfersystern gehörigen Festtage und Festsabbate für die Nachfolger Christi nicht mehr gültig seien. Der im vierten Gebot des Dekalogs als ein Gedächtnistag der Schöpfung verordnete Sabbat war für ihn weiterhin gültig.

Wenn wir vor Irrtum und falschen Schlußfolgerungen bewahrt bleiben wollen, müssen wir sehr sorgfältig die zeremoniell bedingten und im mosaischen Gesetz festgelegten Sabbate von dem im Sittengesetz verankerten Sabbat, dem siebenten Tag der Woche, unterscheiden. Die im mosaischen Kultgesetz genannten Sabbate haben mit dem Opfer Jesu ihre Bedeutung verloren. Als die Wirklichkeit die schattenhaften Bilder ablöste, verloren sie ihre Gültigkeit. Der im Sittengesetz der Zehn Gebote verankerte Sabbat aber bleibt ewig gültig. Er ist ein Gedächtnistag, der uns immer enger mit unserem Schöpfer und Erlöser verbindet.
Es gibt einige bemerkenswerte Stimmen evangelischer Theologen, die die Vorstellung, der Sabbat gehöre zum mosaischen Kultgesetz und damit zu dem durch Christus aufgehobenen zeremoniellen Teil des Gesetzes, entschieden ablehnen. Johann Lorenz v. Mosheim schrieb 1761 in seinem Werk "Sittenlehre der Heiligen Schrift", Teil 5, Seite 446: "Das Gesetz vom Sabbathe ist keines von denen Satzungen Moses, die man Zeremoniengesetze und Levitische Gebräuche nennet. Es gehört zu dem ewigen und unwandelbaren Sittengesetz."
Dr. Ph. Schaff bemerkt: "Was die Feier eines bestimmten Wochentages betrifft, so lag ein bestimmtes Gebot der Feier eines wöchentlichen Ruhetages vor, das im Dekalog (Zehn Gebote) steht und schon in der Schöpfung begründet ist. Folglich hat es seinem Wesen nach mehr als bloß nationale, temporäre oder zeremonielle Bedeutung." ("Geschichte der alten Kirche", S. 120) "Die Beobachtung des Sabbats gehörte nicht zu der äußeren Geltung der Bestandteile des Zeremonialgesetzes." (Dr. G. Hönnicke, "Das Judenchristentum") Diese Aussagen sind verständlich, wenn wir bedenken, dass die im Sabbatgebot genannte Begründung zur Feier des siebenten Tages keinen Hinweis auf Christus und sein Opfer enthält, wie dies nach vielen Aussagen der Schrift Sinn und Aufgabe aller Opfergesetze und zeremoniellen Gebräuche war.
Die im vierten Gebot geforderte Sabbatfeier weist auf ein Ereignis zurück, dem alle Menschen - Juden und Nichtjuden - ihr Dasein verdanken. "Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest ... Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn." (2. Mose 20,8.11) Im Gegensatz zu dem Wesen aller Festtage des Zeremonialgesetzes liegt der Sinn der Sabbatheiligung in der Anerkennung des Schöpfergottes und des Schöpfungsvorgangs. Dies ist auch das Anliegen, des ewigen Evangeliums, das allen Völkern gepredigt werden soll.
"Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu vekündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern. Und sprach rnit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!" (Offenbarung 14,6.7) Schon Melanchton (Weggefährte Martin Luthers bemerkte treffend: "Und in Summa: Wer den Unterschied nicht hat zwischen den 10 Geboten und dem Zeremonialgesetz, fällt in mancherlei Irrtum!"

Weitersagen
Wer ist online?
Wir haben 64 Gäste online
Besucher
Gesamt773783

jbc vcounter