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Startseite Artikel Biblische Antworten Todesstrafen laut NT gestattet?

Frage: Ist der Staat heute berechtigt Todesstrafen bei Mord durchzuführen oder würde das dem Prinzip der Gnade Gottes im NT widerpsrechen?

Bei dieser Frage verweisen friedliebende Menschen gerne auf die Geschichte der Ehebrecherin, die zu Jesus gebracht wurde. Sie sollte gesteinigt werden und Jesus wurde dazu befragt. Jesus verurteilte die Frau nicht. Daraus schlussfolgern Viele, dass die Todesstrafe wegen Jesu Vorbild keine göttliche Bestätigung mehr findet. Das dem nicht so ist, wird im Folgenden gezeigt. Zuerst einmal handelt die Geschichte von einer Verschwörung der Juden gegen Jesus, sie wollten ihn anklagen: Spräche er die Frau frei, würden sie ihn der Missachtung des mosaischen Gesetzes beschuldigen. Erklärte er sie dagegen des Todes würdig, dann könnten sie ihn bei den Römern anklagen, dass er sich eine Amtsgewalt anmaße, die nur ihnen zustehe. Unter diesem Gesichtspunkt müssen wir Jesu schlaue Antwort verstehen: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie." (Johannes 8,7) Desweiteren geht aus dem Kontext der Geschichte klar hervor, dass diese angeblichen Hüter der Gerechtigkeit die Frau selbst zur Sünde verleitet hatten, um ihn zu fangen. Trotz ihrer Beteuerung, das Gesetz der Römer zu achten, missachteten die Pharisäer doch seine Vorschriften, indem sie ihre Anklagen gegen die beim Ehebruch ergriffene Frau vorbrachten. Es wäre vielmehr des Ehegatten Pflicht gewesen, ein gesetzliches Verfahren einzuleiten; daraufhin wären die Übeltäter gleichermaßen bestraft worden. Die Anklage vor Christus war somit völlig unberechtigt und Jesus Antwort sollte in diesem Licht betrachtet werden - er unterminierte hier keineswegs die Autorität des Staates.

Gott hat lange vor den mosaischen Gesetzen ein wichtiges Prinzip bekannt gegeben, das also unabhängig von der mosaisch-theokratischen Ordnung Geltung hat: "Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht" (1. Mose 9,6) Demnach ist es in Mordfällen eine Anordung Gottes, dass der überführte Mörder mit dem Tode bestraft wird. Es sei nocheinmal daraufhingewiesen, dass es sich hierbei um KEIN MOSAISCHES Gesetz innerhalb der Theokratie Israels handelt, wo es viele verschiedene Todesstrafgesetze gab, sondern um ein Prinzip, dass Gott lange vor dem Sinai als Schutz der Menschenlebens gegeben hat. Laut NT hat nur der Staat die Autorität eine Todesstrafe duchzuführen - niemand darf sich persönlich in Form der Blutrache rächen. Paulus sagte über die Autorität und Pflicht des Staates zum Schutz der öffentlichen Ordnung: "Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu. Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; DENN SIE TRÄGT DAS SCHWERT NICHT UMSONST: Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen." (Römer 13,1-5) Paulus macht deutlich, dass der Staat als Diener Gottes fungieren soll, d.h. er hat nur die Autorität die von Gott gegebenen Gebote, die das zwischenmenschliche Leben untereinander regeln, mittels bestimmter angemessener Strafen zu schützen. Wie bereits in einem anderen Artikel (Verhältnis von Kirche und Staat) gezeigt, darf der Staat keine Strafen erteilen bezüglich der Übertretung religiöser Bestimmungen. Er soll nur das Leben der Menschen untereinander schützen und hat kein Recht, das Gewissen der Menschen in religiösen Fragen zu zwingen. Es ist Aufgabe des Staates den Übertretungen des menschlichen Miteinanders durch entsprechende Maßnahmen Einhalt zu gebieten, das Leben der Bürger zu schützen und auch durch Strafen eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Davon spricht ja Paulus auch, wenn er von Furcht vor Strafe seitens des Staates spricht. Im Falle eines nachgewiesenen Mordes ist der Staat nach einem gerechten Gerichtsverfahren mit Zeugen oder genügend Beweisen demnach von Gott autorisiert die Todesstrafe zu vollstrecken. Würden Straftäter härter berstraft werden, als das heutzutage der Fall ist, so würde die Kriminalitätsrate deutlich zurückgehen. Das Argument der Unbarmherzigkeit zieht hier absolut nicht, da der Mörder trotzdem fürs Reich Gottes gerettet werden kann (siehe der Schächer am Kreuz) wenn er aufrichtige Buße tut. Der Staat darf nicht mit der Kirche oder dem Beten zu Gott gleichgesetzt werden, wo es Vergebung und Gnade gibt. Ein Staat macht Gesetze und diese müssen mittels entsprechender Strafen bei Übertretung geschützt werden, sonst könnte sich jeder dahergelaufene Mörder und Vergewaltiger auf die Gnade und Vergebungsbereitschaft des Staates berufen und wir hätten in kürzester Zeit Anarchie.

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